Virtuelle Welten, wie das Metaverse von Facebook/Meta, müssen sich dem Problem sexueller Belästigungen stellen.

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Diverse Unternehmen basteln an ihrem Metaverse, ihrem virtuellen Universum. Als Avatar kann man sich mithilfe einer VR-Brille in diesem bewegen, spielen, andere Leute treffen und auch Gespräche führen. So auch in Horizon Worlds, einer Plattform des Facebook-Konzerns Meta, die vor kurzem für Testerinnen und Tester freigegeben wurde. Wer auf eine bessere Welt im virtuellen Raum hoffte, muss aber enttäuscht werden. Schon nach dieser kurzen Zeit kam es zu einer sexuellen Belästigung.

Begrapscht und alleingelassen

Eine Testerin teilte ihre Negativerfahrung auf Facebook. So sei sie bzw. ihr Avatar in der Horizon-Welt von einem Fremden begrapscht worden. "Sexuelle Belästigung ist schon im herkömmlichen Internet nicht lustig, aber wenn man in einer virtuellen Umgebung ist, bekommt das Ganze eine zusätzliche Dimension, die so einen Vorfall viel heftiger ausfallen lässt", schrieb die Horizon-Nutzerin über das Erlebte.

Noch schlimmer habe das Ganze gemacht, dass andere Leute anwesend waren und dieses Verhalten gebilligt hätten. "Ich habe mich völlig alleingelassen gefühlt", schrieb die Testerin. Der Meta-Verantwortliche Vivek Sharma, der über die Entwicklung von Horizon wacht, bezeichnete den Vorfall als "absolut bedauerlich".

Sicherheitsmaßnahmen werden verbessert

Die Betroffene habe leider nicht von den vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen Gebrauch gemacht, mit denen etwa unerwünschte Interaktionen blockiert werden können. Macht ein Metaverse-User davon Gebrauch bzw. meldet einen derartigen Vorfall, wird der lokal gespeicherte Inhalt des Geschehenen an Meta gesendet und dort überprüft. Dass die Funktion nicht verwendet wurde, nehme man als wertvolles Feedback zum Anlass, um diese noch einfacher und prominenter verfügbar zu machen.

Das Problem von Sexismus und sexueller Belästigung ist sowohl in der Gaming-Industrie als auch in virtuellen Welten längst bekannt, spiegeln die virtuellen Universen am Ende doch oft bestehende gesellschaftliche Realitäten wider. Das Verständnis für Betroffene ist allerdings meist gering ausgeprägt, da viele ungeachtet des persönlichen Empfindens der Opfer eine sexuelle Belästigung im virtuellen Raum kleinreden. (step, 22.12.2021)