Reiten: Hoch zu Ross und sicher an der Leine

Fest im Sattel – so soll es
im neuen Jahr weitergehen.
Foto: bpf

Raus aus der Stadt und etwas völlig Neues erleben: Das war mein Motto für die heurigen Herbstferien. Gefunden haben meine Tochter und ich dieses neue Abenteuer auf dem Reiterhof in Niederabsdorf. Als einzige Erwachsene habe ich mich unter den Kinder-Ferien-Kurs gemischt und erste Schritte zu Pferde gewagt. Dankbar war ich jedenfalls für die Aufstiegshilfe und darüber, dass wir uns sämtliche Schutzbekleidung vor Ort ausborgen konnten. Als Städterin kam ich mit Turnpatschen und Jeans. Na ja, nun weiß ich besser, warum gute Stiefel, Handschuhe, Helm und Rückenprotektor wichtig sind.

Hoch zu Ross – aber sicher an der Longe – vergaß ich alle Sorgen. Im Gleichklang mit einem Hengst beruhigte sich meine Welt. Schritt für Schritt. Es hat mich fasziniert, mit welch wenigen Impulsen sich so ein mächtiges Tier steuern lässt.

Mehr als entzückend war, meiner Tochter bei ihren Reitstunden zuzusehen. Mit Helm und Stiefeln saß sie auf süßen Ponys und hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Ja, das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Welch weiser Satz. Auch in der Box – schon allein das Bürsten der Ponys und das Flechten ihrer Mähne haben ihr sehr viel Spaß gemacht.

Die Ferien sind damit voll geglückt, unser Abenteuer haben wir gehabt. Und jetzt freuen wir uns auf die nächsten Ferien – Ponyhof, wir kommen! (Bettina Pfluger)

Gutes Entertainment: In Form von Spielen, Filmen und Serien

Auf ein Wiedersehen mit Neyitri aus "Avatar".
Foto: Imago Stock&People

Das Unwort des Jahres war "Querdenker", im Entertainmentbereich hätte sich wohl das Wort "Verschiebung" diesen Platz gesichert. Sogar der berühmte James Bond musste mehrmals das Erscheinungsdatum des neuen Streifens wegen der Pandemie anpassen – James Bond!

Für 2022 darf man deshalb hoffen, dass ein gemütlicher Kinoabend auch wirklich stattfinden wird, selbst wenn man so verrückt ist, diesen schon ein paar Wochen vorher auszumachen. Für die große Leinwand produzierte Filme wird es definitiv geben. James Cameron wird seine Schlumpf-Trilogie Avatar endlich fortsetzen, Robert Pattinson wird als Batman sein Debüt geben, und mit der ganzen Familie freut man sich auf das neueste Abenteuer der Minions.

Wer in diesem Jahr keine neue Konsole oder High-End-Grafikkarte kaufen konnte, darf ebenfalls auf 2022 hoffen. Irgendwann wird es wieder Chips geben. Und dann wird man eine Playstation 5 einfach im Handel sehen und mitnehmen können – ein erhebendes Gefühl. Auch um hochkarätige Videospiele braucht man sich keine Sorgen machen. So wird etwa das Kultrennspiel Gran Turismo im März in die bereits siebente Runde gehen, Avatar bekommt ein gleichnamiges, Spiel und die Ninja Turtles freuen sich auf ein Comeback im Pixel-Look. Hashtag: Vorfreude. (Alexander Amon)

Lacrosse: Mit dem Nationalteam bei der WM spielen

US-Star Charlotte North freut sich sicher auch schon.
Foto: Getty / Patrick Smith

Eigentlich sollte ich ja schon in Pension sein. Zwar sind 32 Jahre für eine Torfrau im Lacrosse noch kein biblisches Alter, aber ich wollte immer mit der Weltmeisterschaft 2021 das Nationalteamdress an den Nagel hängen. Nämlich just nach der WM, die in den USA stattfinden sollte. Jenem Land, in dem man den Sport mit den Netzschlägern und dem kleinen Hartgummiball nur jedem zweiten Menschen erklären muss.

Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Die Weltmeisterschaft wurde auf 2022 verschoben. Und so auch meine Pensionierung. Denn noch einmal mit den anderen Spielerinnen aus Österreich mit dem Adler auf der Brust auf dem Platz stehen und zur wohl langsamsten Hymne der Welt die "großen Töchter, Söhne" zu besingen. Das ist schon bewegend.

Seit Monaten bereiten wir uns auf den Tag X, den 29. Juni 2022, vor. Immer wieder wurden Trainingslager wegen des Lockdowns abgesagt, Spielerinnen hatten Impfreaktionen, manche mussten wegen einer Infektion sogar pausieren. Die Fitnessstudios hatten auch nicht immer offen. Aber an den beschwerlichen Weg werden wir im Team alle nur wenig denken, wenn es wieder heißt: "Gemma, gemma, Österreich!"

Dann sollte der Nationalteam-Pension im Juli 2022 auch nix im Weg stehen. Und darauf freu ich mich auch. (Bianca Blei)

Paddeln: Das Kajak gar nicht mehr wegpacken

2022 bringt hoffentlich ein ebenso schönes Panorama.
Foto: lauf

Noch ist es zu kalt, aber spätestens im Februar, wenn die Sonne schön warm ist, wird das Kajak aus dem schon viel zu langen Winterschlaf geholt. Das Wildwasser muss noch ein paar Monate warten, aber auf stillen Gewässern ist es auch in den frischen Monaten schön: Paddeln.

Die beste Anschaffung 2021, ein aufblasbares Zweierkajak, soll im neuen Jahr noch öfter gewässert werden. Kaum eine Beschäftigung lenkt besser vom öden Corona-Alltag ab und verkürzt den x-ten Lockdown schöner, als mit einem Paddel in der Hand – und bei längeren Ausflügen einem Zelt zwischen den Beinen – einen glasklaren Fluss hinunterzurudern. Wasser rechts und links, Vogelgezwitscher und nichts, aber auch gar nichts, das an die Pandemie erinnert.

2022 stehen einige Gewässer an, die noch zu erkunden sind. Ganz oben auf der Liste findet sich auf jeden Fall der Tagliamento in Norditalien, gleich darauf folgt der Po. Aber auch in Österreich laden unzählige Flüsse und Seen zum Paddeln ein. Da geht sich beinahe jedes Wochenende ein neues Gewässer aus. Zum Beispiel das atemberaubende Höllental, die Drau und unbedingt auch wieder die Traun. Rein in den Zug und runter den Fluss.

Die STANDARD-Redaktion entwickelt sich außerdem zunehmend zu einem Paddelverein. 2022 wird es also Zeit für eine erste interne Regatta. (Nora Laufer)

Eishockey: Hoffentlich wieder voller Ligabetrieb

Teamsport ist wirklich durch nichts zu ersetzen.
Foto: snapvienna.at

Kompensation hat ja durchaus ihr Gutes: So habe ich 2020/21 meine Kajakleidenschaft wiederentdeckt (siehe auch links). Und auch ein supertolles Laufband für die Wohnung wurde mit den besten Absichten angeschafft. Nach einem halben Jahr ließ allerdings die Motivation, sich auf dem Ding quasi im Stand dahinzuschleppen, rapide nach. Seither dient das Laufband hauptsächlich als originelle Kleiderablage.

Wie ein Mahnmal erinnert es mich aber auch daran, dass Teamsport dem Einzelsport sowieso vorzuziehen ist. Warum? Weil man den Kopf besser freibekommt, weil Spiel und Spaß dabei ist und weil Gruppendruck manchmal der beste Motivationscoach sein kann.

So waren die ersten zarten Versuche, das pandemiebedingt untersagte Eishockeyspiel wieder aufzunehmen, ungleich erfüllender als jedes Heim-Work -out. Und es verlief wider Erwarten unfallfrei. Sogar ein Trainingslager in Tschechien ging ohne Covid-Fälle glatt!

Nach 2020 und 2021 fiel der winterliche Ligabetrieb aber auch diesmal dem Lockdown zum Opfer. Ärgerlich für mich als Amateur, fatal für den Nachwuchs, aus dem im besten Fall Profis werden sollen. Für Winter 2022/23 bin ich aber optimistisch, dass wir "das Ruder herumreißen", "das Spiel in den Griff bekommen" und dass alles wieder "richtig läuft". Ohne Laufband, versteht sich. (Stefan Weiss)

Zugfahren: Das Klimaticket bis zum Anschlag nutzen

Aufs Geratewohl in die österreichische Welt hinaus.
Foto: Getty / Vladimir Vinogradov

Für die Existenz des Klimatickets bin ich dankbar, ich liebe meine Umweltministerin dafür, dass sie das Ding (es folgt hier die erwartbarste aller denkbaren Redensarten) "auf Schiene gebracht" hat. Damit Erwerb und Gebrauch des Tickets allerdings richtig Spaß machen und sich richtig rentieren, wäre es günstig, wenn man aufs Geratewohl im Schnell- oder Bummelzug in die kleine österreichische Welt hinausfahren könnte. Ab durch die Mitte.

Das konnte man 2021 nicht. Natürlich deshalb, weil das – zuletzt als Omikron verkleidete – Nanoferkel den Reisenden wegen der in seinem Gefolge einherkommenden Lockdowns ständig Striche durch die Rechnung gemacht hat. Wien–Semmering und retour in einem Tag? Kein Problem, sehr empfehlenswert. Was aber, sollte es einen nach (von Wien aus gesehen) entlegeneren Reisezielen gelüsten? Dann wird es kompliziert.

In Graz oder Zell am Ziller kennt man vielleicht noch Leute, bei denen man nötigenfalls übernachten könnte (Hotels und Herbergen haben ja zu), nicht aber in Innsbruck oder Außerbraz. In der näheren Umgebung zu zelten liegt nicht jedem, vor allem nicht im späten November oder im frühen Februar. Zum Glück wird es 2022 keinen Lockdown geben, oder wenn, dann nur einen winzig kleinen. Das heißt: freie Fahrt für freie Bürger. Bürger Winder freut sich wie ein Schneekönig. (Christoph Winder)

Weitwandern: Und immer der Blick aufs Meer

Pia Kruckenhauser beim Weitwandern in Cornwall.
Foto: privat

Die Bretagne ist mein sehnlich erwartetes Reiseziel. Genauer gesagt die Côte de Granit Rose: lange Strände, rosa schimmernde Felsen, wildes Meer, kleine Fischerdörfer und rauer bretonischer Küstencharme. All das werde ich mir zu Fuß ergehen. Der Blick geht dabei immer hinaus auf das unendliche Wasser.

Ich habe ein Hobby, über das die Meinungen klar in zwei Lager geteilt sind. Die einen greifen sich an die Stirn, die anderen sind begeistert: weitwandern. Tagelang marschiere ich mit kleinem Rucksack (möglichst wenig Gewicht ist die Devise – aber eine Tube Waschmittel darf nicht fehlen) Wanderwege entlang, bevorzugt an einer Meeresküste. Die Amalfiküste bin ich schon abgewandert, den South West Coast Path in Cornwall und zuletzt den Camino del Norte in Spanien. 2020 wäre die rosa Granitküste in der Bretagne auf dem Plan gestanden, pandemiebedingt musste das verschoben werden. Aber dieses Jahr wird mich nicht mal Omikron davon abhalten.

Denn es gibt nichts Entspannenderes, als tagelang, bei jedem Wetter, einen Schritt vor den anderen zu setzen, dabei dem Meer beim Rauschen zuzuhören und sich mit dem Blick in seiner unendlichen Weite zu verlieren. Am Abend macht man sich dann über regionale Köstlichkeiten her: Austern, Krabben, Fisch, Salzlamm, Käse, Wein und mehr. Besser als nach so einem Tag kann man nicht schlafen! (Pia Kruckenhauser)

Fußball: Mit Rapid weiter an Wunder glauben

Alle Schals hinauf. Gemma, gemma, gemma.
Foto: APA / Herbert Neubauer

Vor fast 20 Jahren hieß es in einem Toten-Hosen-Song: "Ich glaube immer noch an Wunder." Damals ahnte ich nicht, dass dieser Satz zu meinem grün-weißen Leitmotiv werden sollte. Leidensfähigkeit gehört zum emotionalen Basispaket eines Rapid-Fans, jo eh. Aber seit Jahren muss man sich verstärkt wundern, was in Hütteldorf alles nicht möglich ist. Titel, Spielkonzept, you name it.

Trotzdem kann ich es kaum erwarten, wenn im Februar die Kugel wieder rollt und mein Gefühlshaushalt am Wochenende ins Wanken gerät. Nicht zu vergessen Cup und Europacup während der Woche. Rapid überwintert in der Conference League, so hat die Liebe der Uefa zur Quantität also auch etwas Gutes. Mit dem Gegner Vitesse Arnheim aus den Niederlanden steht eine lustige – und hoffentlich mögliche – Auswärtsfahrt an. Hier kommt der springende Punkt. Selbst, wenn die sportlich besseren Zeiten für Rapid Zukunftsfanchöre sind, alles ist besser als Geisterspiele. Dürfen Fans ins Stadion hinein, können Musikbegeisterte ins Konzert und Kulturfreunde ins Theater. Alle gewinnen.

Ich freue mich, wenn in Wien nur noch eine Spaltung dominiert – jene zwischen Grün und Violett. Ich freue mich auf Stadionbesuche, ein normalisiertes Verhältnis zum griechischen Alphabet und irgendwann wieder einen zu besingenden Titel in Hütteldorf. Wie gesagt, ich glaube immer noch an Wunder. (Andreas Danzer)

Esel-Abenteuer: Reisen auf Stevensons (Huf-)Spuren

Horstl am höchsten Punkt seiner jüngsten Reise.
Foto: Antonia Rauth

Tagelang durch die Pampa stapfen, die Nächte im viel zu kleinen Zelt verbringen, begleitet von einem störrischen Vierbeiner – klingt für Sie nicht nach Urlaub? Die Geschmäcker sind verschieden.

Ich freue mich jetzt schon wieder heiß auf das nächste Abenteuer mit meinem Freund und unserem Esel Horstl! Ich gebe zu, anfangs fiel es mir auch schwer, den Erholungseffekt darin zu erkennen. Doch tatsächlich gibt es nichts Entspannenderes, als sich von früh bis spät nur damit zu beschäftigen, von A nach B zu gelangen. Unser tierischer Begleiter (nicht Packtier, wir tragen mehr als er!) ist außerdem, wenn er nicht gerade die Überquerung von Brücken verweigert oder unsere Jausenbrote anknabbert, der liebste Weggefährte. Er lässt uns über Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede hinweg die Herzen zufliegen.

Die diesjährige Wanderung führt uns hoffentlich auf die Spuren des Schriftstellers Robert Louis Stevenson. Dieser wanderte einst ebenfalls mit seiner Eselin Modestine durch die französischen Cevennen, seinem Liebeskummer davon und seiner berühmten Schatzinsel entgegen. Ein Vorteil am Reisen mit Esel ist übrigens auch, dass man sehr sicher keine Corona-Infektion als Souvenir mit nach Hause bringt – beim Odeur unseres Horstls nähert sich uns gewiss keiner ohne Maske auf mehr als drei Meter! (Antonia Rauth)

Neue Mobilität: Mehr Platz für ein wichtiges Thema

Im Führerstand eines Taurus auf dem Weg nach Linz.
Foto: Wolf-Dieter Graber

Mitte Jänner wird es soweit sein. Neben der bekannten Automobil-Berichterstattung am Wochenende wird es während der Woche eine Print-STANDARD-Seite Mobilität geben, auf der wir das Thema viel breiter behandeln.

Wir sind ein kleines, aber arg motiviertes Team. Wir haben Klimatickets, gehen gerne zu Fuß und/oder fahren viel Rad. Sie sehen also, wohin die Reise geht. Und das ist durchaus wörtlich gemeint.

Denn zu Beginn wollen wir einen Schwerpunkt auf den Schienenverkehr setzen. Da gehört es auch dazu, dass wir durchs Land fahren und uns die Bahnhofrestis genauer anschauen. Wenn Sie da einen Tipp haben, wo wir unbedingt reinmüssen, weil es dort so gut oder so grindig ist – her damit!

Noch bevor wir in der gedruckten Zeitung starten, werde ich zu Jahresbeginn, online, von meinem neuesten Projekt berichten. Meinem ersten Lastenrad. Und glauben Sie mir, es schaut anders aus, als Sie sich das nun vorstellen. Noch ist ein wenig Arbeit daran zu tun. Nicht nur, dass ich schon einen Patschen picken muss, bevor ich den ersten Meter gefahren bin. Dabei drängt die Zeit.

Denn es gibt noch mehr zu richten, wenn wir im Frühling von unseren See- und Flussabenteuern mit Booten und Schiffen erzählen wollen. Die sollen bis dahin ja halbwegs konstant schwimmen. (Guido Gluschitsch)