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Wer sich schon länger mit Kryptowährungen beschäftigt, dürfte die aktuelle Preiskorrektur von Bitcoin und des gesamten Markts eher gelassen betrachten bzw. sogar darüber nachdenken, jetzt nachzukaufen. Ein Blick auf Social Media und Kryptoforen zeigt allerdings, dass die Nervosität dennoch beträchtlich ist. Grund dafür ist, dass der Bitcoin-Preis auch am Wochenende wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung machte.

Extrem negative Stimmung

Vielmehr droht nun auch die 40.000-Dollar-Marke zu fallen. Samstag markierte diesbezüglich den vorläufigen Tiefpunkt, was das negative Gefühl bei Anlegern betrifft. Der sogenannte "Fear & Greed Index", der diverse Faktoren wie Preisvolatilität, Handelsvolumen, aber auch Social-Media-Beiträge und Google-Trends berücksichtigt, stürzte am Samstag auf den extrem niedrigen Wert 10 von 100 ab. Derart negativ wird Bitcoin normalerweise nur bei Totalabstürzen, wie etwa beim Crash im März 2020 bewertet.

Tatsächlich testet Bitcoin mit aktuell über 41.000 Dollar (Stand: Sonntagnachmittag) eine wichtige Marke aus, die zuletzt im September hielt und schließlich zu einer Preisrallye auf fast 70.000 Dollar führte. Geht die aktuelle Preisregion, die bis 38.000 Dollar reicht, verloren, könnte Bitcoin auf die nächste wichtige Marke von 30.000 Dollar runterrasseln. Diese hat sich zuletzt im Frühsommer als Talsohle für den Bitcoin-Preis erwiesen.

Auch viel Nervosität an den Börsen

Gegen einen nachhaltigen Crash spricht nach Ansicht vieler Kryptoanalysten allerdings die schon jetzt extrem negative Einstellung vieler Anleger. In der Vergangenheit sei dies ein Anzeichen gewesen, dass es mit dem Preis der größten Kryptowährung bald wieder hinaufgehe. Als Unsicherheitsfaktor zählen neben den Unruhen in Kasachstan, wo viele Bitcoin produziert werden, aber die geänderte Finanzpolitik der US-Notenbank Fed, die auch an den US-Börsen für schlechte Stimmung sorgt.

Zur Untermauerung der These, dass Bitcoin auch 2022 nicht abgeschrieben werden sollte, verweisen Kryptoexperten auf die Preisentwicklung der vergangenen 12 Monate. So befinde sich Bitcoin praktisch auf dem selben Preisniveau wie Anfang 2021. Damals aber habe extreme Euphorie und damit eine kleine Investitionsblase geherrscht, während nun Untergangsstimmung herrsche. Das aktuelle Preisniveau könnte demnach die Basis für eine spätere Preisrally bis zu den ersehnten 100.000 Dollar bilden. (red, 09.01.2022)