Der Radiotest soll weiterentwickelt werden.

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Wien – Der Radiotest, der die Reichweiten und Marktanteile der heimischen Radiosender erhebt, wird einer Weiterentwicklung unterzogen. So kommen zu den bisher für die Datenerhebung durchgeführten Telefoninterviews künftig Online-Interviews hinzu, teilten die Auftraggeber des Radiotests – ORF, Kronehit und der Privatradio-Vermarkter RMS – in einer Aussendung mit. Damit sollen jüngere Zielgruppen in Zukunft besser erfasst werden, was Kronehit seit Jahren forderte.

Bei insgesamt 24.000 für den Radiotest durchgeführten Interviews folgt auf jedes neunte Telefoninterview ein Online-Interview. Die Anzahl der am Test beteiligten Institute erhöht sich zudem auf vier. Zu GfK Austria, Market und Reppublika/MindTake gesellt sich ISBA als neues Auswertungsinstitut hinzu.

Alle zufrieden

ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher sieht mit den Neuerungen viele Vorteile für Partner und Werbekunden gegeben, da die Hörgewohnheiten der Bevölkerung nun noch besser wiedergegeben werden. Joachim Feher, Geschäftsführer RMS Austria, sieht die Miteinbeziehung von Online-Interviews als "zukunftssichernde Maßnahme, mit der Österreich europaweit führend ist". Mario Frühauf, Geschäftsführer von Kronehit, sieht mit dem neuen Methodenmix "die notwendige Modernisierung des Radiotests realisiert".

Kronehit kündigte im Vorjahr an, das für die Erhebung und Gewichtung der Radiotestdaten verantwortliche Marktforschungsinstitut GfK zu klagen, da Reichweiten für den Privatsender zu niedrig dargestellt worden seien. Der verstorbene ehemalige Kronehit-Geschäftsführer, Ernst Swoboda, kritisierte unter anderem die Erhebungsmethode, mit der jüngere Zielgruppen in den Ergebnissen unterrepräsentiert seien. Das treffe vor allem Sender wie Kronehit, die ein junges Publikum erreichen wollen. Er vermutete, das GfK Kostenminimierung betreibe – was das Institut zurückwies – und verlangte eine Online-Befragung als wesentlichen Teil der Erhebung. (APA, 11.1.2022)