Abfahren macht Spaß.

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Vincent Kriechmayr darf am Freitag und Samstag in Wengen auch die beiden Ski-Weltcup-Abfahrten bestreiten. Der Doppel-Weltmeister, der am Donnerstag im Super-G Neunter wurde, erhielt am Nachmittag eine Sondergenehmigung der Jury. Der 30-Jährige war nach Absitzen seiner Corona-Quarantäne erst am späten Mittwochabend in Wengen angekommen und hatte deswegen die Abfahrtstrainingsläufe am Dienstag und Mittwoch verpasst.

Normal müsste er ohne Trainings die verkürzte Abfahrt am Freitag sowie den Lauberhorn-Klassiker am Samstag über die ganze Distanz eigentlich auslassen. FIS-Renndirektor Markus Waldner erklärte am Abend in der Mannschaftsführersitzung jedoch, dass Kriechmayr aufgrund einer Jury-Entscheidung starten darf. Es gebe keine Regel, wonach ein Rennläufer volle Trainingsläufe hinter sich bringen müsse. Er müsse nur auf der Liste stehen und aus dem Starthaus fahren, dann könne er den Lauf sofort abbrechen.

Der Plan

Kriechmayr werde am Freitag um 9.44 Uhr vom Originalstart der Lauberhorn-Abfahrt auf die Strecke gehen, sagte Waldner. Danach werde er sofort abstoppen und später das Rennen (Start 12.30 Uhr/live ORF 1) bestreiten. "Wir haben nicht so entschieden, weil es Herr Kriechmayr ist, der ein Weltmeister ist und hier gewonnen hat. Wir würden für jeden Läufer so entscheiden, weil wir in sehr komplizierten Covid-Pandemie-Zeiten leben", erklärte der Südtiroler. "Wir wollen vermeiden, dass ein Läufer nicht starten kann wegen diesem verdammten Covid."

ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher sagte, es handle sich nicht um eine Ausnahmegenehmigung für Österreich. "Es ist eine Regel, die die Jury machen kann. Es ist regelkonform", bekräftigte er. Das Corona-Problem brauche "spezielle Entscheidungen". Obwohl in der Mannschaftsführersitzung kurz heftig diskutiert wurde und unter anderem Frankreich Waldner offen kritisierte, hat laut Puelacher vorerst keine Nation Protest gegen die Jury-Entscheidung eingelegt. "Die FIS hat für den Sport entschieden und für den Athleten. So etwas kann jetzt permanent passieren." (APA, 13.1.2022)