Der Ausbruch war auf Satellitenbilder zu sehen.

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Sydney – Zwei Tage nach dem gewaltigen Ausbruch eines unterseeischen Vulkans in der Nähe des Inselreichs Tonga ist das Ausmaß der Schäden in dem Südseearchipel weiter unklar. Militärflugzeuge aus Neuseeland und Australien sind unterwegs in das Gebiet, um die Lage aus der Luft zu erkunden.

Militärflugzeuge erkunden Gebiet

Militärflugzeuge aus Neuseeland und Australien waren am Montag unterwegs in das Gebiet, um die Lage aus der Luft zu erkunden. Die Kommunikationsverbindungen dorthin waren weiter stark beeinträchtigt – speziell auf einigen der abgelegeneren Inseln Tongas, zu denen seit der Eruption des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai keinerlei Kontakt hergestellt werden konnte. Zu Tonga gehören etwa 170 Inseln, 36 davon sind unbewohnt.

Laut Experten war die Eruption die weltweit stärkste der vergangenen 30 Jahre. Erste Daten zeigten, dass es seit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991 keine derartig heftige Eruption gegeben habe, sagte der Vulkanologe Shane Cronin von der University of Auckland am Montag dem Sender Radio New Zealand. Der Ausbruch in der Südsee habe nach jetzigem Kenntnisstand die Stufe 5 auf dem achtstufigen Vulkanexplosivitätsindex erreicht, im Falle des gigantischen Pinatubo-Ausbruchs sei es Stufe 6 gewesen. Hätte sich die Eruption des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai an Land ereignet, dann wären die Auswirkungen "apokalyptisch" gewesen, so Cronin.

Die beiden Inseln Hunga Tonga und Hunga Ha'apai waren durch einen vor rund sieben Jahren entstandenen Vulkan zusammengewachsen. Bei durch Eruptionen verschwand Anfang Jänner zunächst das junge Zentrum der Insel Hunga Tonga-Hunga Ha'apai, bei der gewaltigen Explosion am Wochenende wurde der gesamte Komplex zerstört. Hunga Tonga und Hunga Ha'apai waren der alte Kraterrand einer viel größeren Caldera mit mehr als fünf Kilometern Durchmesser.
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Von Hunga Tonga-Hunga Ha'apai blieb nur einzelne Felsen im Meer.
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Hilfslieferungen an Tonga geplant

Der Ausbruch am Samstag war tausende Kilometer weit zu hören. Er löste Flutwellen aus und versetzte viele Pazifikstaaten in Alarmbereitschaft. Tsunamiwellen wurden nicht nur in Tonga, sondern auch in Neuseeland, Japan, Alaska und Südamerika registriert. Hilfsorganisationen warnten vor Gesundheitsschäden durch die gewaltigen Aschewolken und rieten den Bewohnern Tongas dazu, Masken zu tragen und nur Wasser aus Flaschen zu trinken.

Mit Flugzeugen will man Informationen von der abgelegenen Inselgruppe erhalten.
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Die von der Eruption ausgelösten Ascheschwaden hätten mittlerweile sogar Australiens Ostküste erreicht, teilte der Wetterdienst Weather Watch New Zealand mit. Die Wolke ziehe nach Westen über Queensland und werde im Laufe des Tages einen Großteil des Bundesstaates bedecken, hieß es.

Neuseeland will unterdessen nach den Worten von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern eine zweite Maschine des Typs Hercules mit wichtigen Hilfsgütern nach Tonga schicken. Sollte die Landebahn in Tongas Hauptstadt Nuku'alofa beschädigt sein, könnten die Materialien auch abgeworfen werden, sagte Ardern am Montag vor Journalisten.

Wichtiges Unterseekabel gekappt

"Die heute durchgeführten Flüge werden uns dabei helfen festzustellen, wo Bedarf besteht", betonte Ardern. "Wir wissen, dass dringend Wasser benötigt wird, und wir hoffen, dass die Hercules heute starten kann, um diesen Bedarf zu decken." Ob es Tote oder Verletzte gab, sei weiter unklar.

Infolge des Seebebens wurde auch ein wichtiges Unterseekabel gekappt, sodass das Internet auf Tonga ausfiel. Auch die sonstigen Kommunikationsverbindungen waren gestört, Mobiltelefone schienen aber zumindest teilweise zu funktionieren, wenn auch nur lokal und nicht international.

"Es ist eine schreckliche Zeit, aber Nuku'alofa steht noch, die Elektrizität wurde in vielen Häusern wiederhergestellt", teilte Neuseelands Hochkommissar in Tonga, Peter Lund, auf Facebook mit. Die Hauptstadt liege unter einer Schicht aus Vulkanasche. Säuberungsaktionen sollten in dieser Woche beginnen.

Der etwa 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt entfernte Unterseevulkan war an zwei Tagen in Folge ausgebrochen. Während nach der ersten Eruption vom Freitag nur kleine Tsunamiwellen registriert wurden, war die zweite Eruption am Samstag auch im 2.000 Kilometer entfernten Neuseeland und in Fidschi zu hören. (APA, 17.1.2022)