Das Atomkraftwerk Forsmark.

Foto: AP/Bertil Ericson

Panzer auf Gotland.

Foto: EPA/Karl Melander

Stockholm – Nach mehreren Drohnensichtungen an sensiblen Standorten in Schweden ist nach einem Medienbericht der Flugverkehr an einem Stockholmer Flughafen umgeleitet worden. Wie die Zeitung "Aftonbladet" am Dienstagabend berichtete, gingen bei der Polizei Meldungen wegen vier großen Flügeldrohnen in Nacka im Großraum Stockholm ein.

Der Flugverkehr am Airport Bromma nördlich von Stockholm wurde am Abend umdirigiert, wie auf der auf Flugzeugbeobachjtungen spezialisierten Webseite Flightradar24 zu sehen war.

Am gut 100 Kilometer nördlich von der schwedischen Hauptstadt entfernt gelegenen Kernkraftwerk Forsmark werde ebenfalls nach Drohnen gesucht. Dabei kam auch ein Hubschrauber zum Einsatz.

Auch über dem Parlament und dem Königspalast in Stockholm wurden am Wochenende unidentifizierte Drohnen gesichtet, berichtet Aftonbladet. Laut Augenzeugen hatten die Fluggeräte Flügel mit großer Spannweite, was auf Militärdrohnen hinweist.

Polizei ermittelt

Bereits vergangenen Freitag waren Drohnenflüge über den Atomkraftwerken Forsmark, Oskarshamn und Ringhals registriert worden. Am Montag übernahm die schwedische Sicherheitspolizei die Ermittlungen.

Über mögliche Täter und Hintergründe herrscht im Rahmen der Voruntersuchungen Geheimhaltung. Medien brachten die Drohnenbeobachtungen vom Freitag zum Teil mit russischen Marineaktivitäten in der Ostsee und der Verstärkung schwedischer Militärpräsenz auf der Insel Gotland in Verbindung.

Schweden hatte am Freitag auf der Ostseeinsel Gotland Panzerfahrzeuge und dutzende Soldaten patrouillieren lassen, nachdem drei Schiffe der russischen Marine durch die Meerenge des Großen Belts in Dänemark in die Ostsee eingelaufen waren. Schweden ist zwar kein Nato-Mitglied, arbeitet aber eng mit dem Verteidigungsbündnis zusammen. Russland warnte das Land kürzlich vor "schwerwiegenden Konsequenzen", sollte es dem Bündnis beitreten. (red, APA, 18.1.2022)