Bestreitet die Vorwürfe und will in der Politik bleiben: Benjamin Netanjahu.

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Jerusalem – Der ehemalige israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu will trotz des Korruptionsverfahrens gegen ihn in der Politik bleiben. Er wies am Montag Medienberichte zurück, wonach er eine außergerichtliche Einigung mit der Staatsanwaltschaft akzeptiert habe, die ihn zum Rückzug aus der Politik gezwungen hätte. Er werde Vorsitzender der Likud-Partei bleiben, versicherte er.

Unklarheit über "moralische" Verfehlung

Laut Medienberichten hatte Netanjahus Anwaltsteam einen Deal ausgehandelt, der ein Eingeständnis eines für "moralische" Verfehlungen vorgesehenen Straftatbestands beinhaltet. Das hätte ein siebenjähriges Politikverbot für den langjährigen Regierungschef zur Folge.

"In den vergangenen Tagen wurden in den Medien falsche Behauptungen über Dinge veröffentlicht, denen ich angeblich zugestimmt habe", sagte Netanjahu. Er habe keinem Eingeständnis moralischer Verfehlungen zugestimmt. "Das ist einfach falsch."

Netanjahu, der derzeit Oppositionsführer im Parlament ist, wird beschuldigt, unzulässige Geschenke angenommen zu haben. Zudem soll er Eigentümern von Medienkonzernen im Austausch für wohlwollende Berichterstattung regulatorische Vorteile in Aussicht gestellt haben. Der Prozess dürfte mehrere Monate dauern, ein Berufungsverfahren könnte sich über Jahre hinziehen. (APA, 25.1.2022)