Der ORF will bis 15. Februar mit ungeimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern klären, wie sie für den ORF tätig sein können.

Foto: Imago/Sepa Media/Martin Juen

Wien – Ungeimpfte im Unternehmen beschäftigen den ORF: ORF-General Roland Weißmann hat in einer internen Mitteilung angekündigt, dass die Gehälter von Ungeimpften beziehungsweise nicht Genesenen, die nicht im Homeoffice eingesetzt werden können, noch bis 14. Februar bezahlt werden. Die FPÖ nimmt das zum Anlass, gegen eine "Streichung der Entgeltfortzahlung" zu protestieren.

"Tätigkeit an Gegebenheiten anpassen"

Eine Streichung der Gehaltsfortzahlung sei kein Thema, hieß es auf dem Küniglberg in einer Stellungnahme: "Das bedeutet nicht, dass jene Kolleginnen und Kollegen, die keine Ausnahme vorlegen können, kein Geld mehr bekommen, sondern es wird mit jeder und jedem individuell versucht, eine Lösung zu finden, die ihre Tätigkeit insoweit an die Gegebenheiten anpasst, dass ihre Arbeit Homeoffice-tauglich ist."

Eine "niedrige zweistellige Anzahl" von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfülle nicht die 2G-Voraussetzung und könne zugleich "aufgrund ihres Arbeitsprofils ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice erbringen", erklärt der ORF auf Anfrage die Mitteilung. "Für diese gab es bisher eine Entgeltfortzahlung, die mit Mitte Februar ausläuft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine Bestätigung erbringen, dass eine gesundheitlich begründete Ausnahme von der Covid-19-Impfung im Sinne des Paragrafen 3 Impfpflichtgesetz vorliegt, sind davon natürlich nicht betroffen."

Anlass für die interne Mitteilung sollen nach STANDARD-Infos Überlastungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Engpässe in einzelnen Bereichen sein, weil Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, aufgrund der 2G-plus-Regel nicht im ORF arbeiten dürfen. Es soll demnach um rund 40* Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen. Mit ihnen wolle man ins Gespräch über diese Situation kommen, hieß es im ORF.

FPÖ schließt auf "mögliches Ende der Anstellung"

Die FPÖ zitiert die Mitteilung etwa mit: "Diese Übergangsfrist dient vor allem dazu, dass die zuständigen Direktionen und Landesdirektionen mit den Beschäftigten Gespräche über die Modalitäten der Beschäftigung im ORF über den 15. Februar 2022 hinaus führen."

Nach inoffiziellen Informationen aus dem ORF soll es in den Gesprächen etwa um Urlaubsabbau gehen oder die Möglichkeit unbezahlten Urlaubs.

FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker schließt aus der ORF-internen Mitteilung an die Belegschaft, dass man ungeimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gehalt streichen wolle und ihnen das "mögliche Ende ihrer Anstellung in Aussicht gestellt wird". Das wird im ORF verneint.

Hafenecker erklärt in einer Aussendung: "Ein derartiger Umgang mit Angestellten hat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einer westlichen Demokratie nichts verloren, sondern geht vielmehr in Richtung eines autoritären Staatsfunks, in welchen diese Regierung den ORF offenbar verwandeln will."

2,5G-Regel bei ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe

Auch andere Rundfunkunternehmen im Land machen ihren Angestellten angesichts der Corona-Pandemie Vorgaben. Die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe setzt auf eine 2,5G-Regel. Somit können auch Personen, die weder geimpft noch genesen sind, mit einem aktuellen PCR-Test die Arbeitsstätte betreten, wie es auf APA-Anfrage hieß. In Bereichen, wo Abstände schwierig einzuhalten sind – etwa im Styling- oder Studiobereich –, ist für alle ein gültiger PCR-Test verpflichtend. Das Unternehmen bietet zudem darum, Homeoffice wo möglich in der aktuellen Lage zu nützen, um die vor Ort arbeitenden Teams maximal zu schützen.

Bei Servus TV gilt die 3G-Regel

Bei Servus TV gilt die gesetzlich vorgeschriebene 3G-Regel. Dabei stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenfreie Tests zur Verfügung, Homeoffice wird "situativ" eingesetzt, wie der Salzburger Privatsender der APA mitteilte. In hochsensiblen Bereichen wie Studios gibt es zusätzliche Testvorgaben. Mitarbeitende, die nicht geimpft sind, werden nicht von der Arbeit ausgeschlossen. "Dieser Umgang entspricht nicht unseren Werten und halten wir für höchst fragwürdig", hieß es aus dem Unternehmen. (red, APA, 2.2.2022)