Das vorgründerzeitliche Gebäude in der Andreasgasse 9 in Wien-Neubau war "eigentlich eine Ruine", ein Abbruch wurde aber nicht genehmigt, da es sich mitten in einer Schutzzone befindet. Also machten die Rataplan Architekten ein modernes Bürogebäude für Unternehmen der Sozialbau-Gruppe daraus. Bauherr war die Sozialbau AG, in die Freiraumplanung war auch die DnD Landschaftsplanung involviert.

Foto: Anna Stöcher

Das alte Gebäude wurde teilweise entkernt; bis zur Mittelmauer blieb der Straßentrakt erhalten. Hofseitig wurde aber erweitert und oben so behutsam aufgestockt, dass das neue Dachgeschoß von der Straße aus gar nicht sichtbar ist. Insgesamt entstanden so 2.100 Quadratmeter an Büronutzfläche. Lamellen auf dem Dach sorgen für Beschattung und Begrünung ...

Foto: Anna Stöcher

... wobei die einzelnen Bahnen zusätzlich als Pflanztrog ausgebildet sind, um so das Mikroklima zu verbessern. Der Zwischenraum zwischen Glasfassade und Lamellen kann begangen und als Loggia genutzt werden.

Foto: Anna Stöcher

Innen blieb die alte Backsteinstruktur stellenweise sichtbar, wo es nötig war, wurde mit Mörtel und Beton nachgebessert. "So ist die ganze Baugeschichte erkennbar", sagt Architekt Rudolf Fritz.

Eine Tiefgarage mit zehn Pkw-Stellplätzen ging sich auf der kleinen Grundfläche ebenfalls aus, allerdings nur, weil sie vom Nachbarhaus – das ebenfalls der Sozialbau gehört – erschlossen wird.

Fotos: Martin Putschögl

Die Büroabteilungen erstrecken sich jeweils über zwei Geschoße und werden über Deckenöffnungen, Treppen, Galerien und gezielte Bepflanzungen miteinander verbunden. Im Vorjahr haben Abteilungen der Sozialbau und ihr Tochterunternehmen EGW Heimstätte die Büros bezogen. Zu den Kosten des Umbaus hält man sich aber bedeckt. (mapu, 11.2.2022)

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