Also lieber doch net. Oder so halbert. Schau ma einmal. Das ist, unter dem Strich, worauf die Haltung der Regierung in Sachen Impfpflicht zusteuert. Getrieben von Landeshauptleuten und von den immer radikaleren Impfgegnern, denen man nicht ernsthaft entgegentreten will – letztlich auch von einer allgemeinen Corona-Ermüdung.

Aber das heißt nicht regieren. Die alte Regierung Kurz hat schon im Sommer des vergangenen Jahres de facto aufgegeben. Dann musste Kurz im Oktober gehen, und die neue Regierung unter Vertretungskanzler Schallenberg und "innocent bystander" Mückstein ließ sich von den Landeshauptleuten die Impfpflicht aufs Aug drücken – um den neuerlichen halben Lockdown zu bemänteln.

Dann geschah in Sachen konkreter Umsetzung der Impfpflicht wenig bis nichts. Bis einzelne Landeshauptleute gestaffelt wieder anfingen: Brauch’ ma das wirklich? Soll ma net lieber aussetzen? Nicht "scharfstellen"? Außerdem kam man auf die glorreiche Idee eines "Impfanreizes" in Form einer Lotterie. Die SPÖ ließ sich an Bord holen, bekam aber nasse Füße, als das stolze Schiff "Impflotterie" sofort auf Grund lief. So wird man nicht Kanzlerin.

Die Regierung, Kanzler Nehammer und der grüne Koalitionspartner, blieben aber in Sachen Impfpflicht hart. Ein paar Tage lang. Dann hieß es: Die Experten sollen entscheiden, ob wir das brauchen. Super! Aber wieso heißt das dann "Regierung"? (Hans Rauscher, 15.2.2022)