Kristoffersen: "Zwei Siege, das ist wirklich cool."

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Im ersten Lauf nur auf Platz 26, im zweiten Schnellster: Marco Schwarz.

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Garmisch-Partenkirchen – Vortagessieger Henrik Kristoffersen hat mit einem starken zweiten Lauf auch den Slalom am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen für sich entschieden. Der Norweger fuhr bei eisigen Bedingungen am Gudiberg von Platz acht zum Sieg und übernahm die Führung in der Slalomwertung. Er setzte sich in 1:52,66 Minuten um 0,35 Sekunden vor dem Briten Dave Ryding und 0,47 vor dem Deutschen Linus Straßer durch.

Marco Schwarz verbesserte sich mit Laufbestzeit in der Entscheidung von Rang 26 auf fünf und war somit Österreichs Bester, nachdem der Olympiazweite Johannes Strolz als Halbzeitzweiter nach einem Einfädler im Finale scheiterte. Dasselbe Missgeschick ereilte auch den Halbzeitleader Loic Meillard aus der Schweiz und seinen Landsmann Ramon Zenhäusern, der nach dem ersten Lauf ex aequo mit Strolz auf Rang zwei lag. Mit Meillard ist zum bereits siebenten Mal bei acht Rennen der Führende im Finale ausgefallen.

Schwarz erleichtert

Schwarz verlor kurz vor dem Ziel den Stock und dabei ein paar Hundertstel, freute sich aber über den vermutlich besten Lauf der ganzen Saison, wie er sagte. "Ich bin einfach nur froh, dass es so gut funktioniert hat, ich bin so gefahren, wie ich es gern hätte."

Der von Tristan Glasse Davies, dem Trainer von Ryding, sehr drehend gesetzte Kurs ermöglichte dem Briten einen Sprung von Rang 19 auf das Podest. Weit nach vorne kam auch der Norweger Lucas Braathen (24 auf vier).

Spanier Salarich erneut stark

Manuel Feller fiel hingegen von Platz sechs auf 15 zurück. Besser erging es Michael Matt als Neuntem und Marc Digruber als 13. Sensationell unterwegs war wieder Joaquim Salarich. Der aufstrebende Spanier breschte mit Startnummer 49 als Halbzeitvierter mitten in die Weltspitze, fiel im zweiten Lauf auf Platz sieben zurück. Am Vortag war er Achter.

"Zwei Siege, das ist wirklich cool. Schade für Loic und Johannes, so ist der Rennsport. Der zweite Lauf war nichts für Jungs, sondern für Männer", erklärte Kristoffersen. Strolz ärgerte sich über den Einfädler, freute sich nun aber auch über ein paar Tage Ruhe. "Ein bisserl aktiv regenerieren und einfach die Zeit daheim genießen." Feller haderte mit seiner Leistung. "Bei mir war es ein klassischer Innenski, das war keine einfache Aufgabe, ich habe über eine Sekunde liegen gelassen, es war eh noch ein Wunder, dass ich im Kurs geblieben bin", sagte der Tiroler.

Prominente Ausfälle

Im ersten Lauf ausgeschieden ist neben Fabio Gstrein auch Olympiasieger Clement Noel. Der Franzose war auch am Samstag nicht ins Ziel gekommen. Im zweiten Durchgang erwischte es auch Norwegens Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag, die Schweizer Daniel Yule und Tanguy Nef. Letzterer war als Halbzeitführender am Samstag auch in der Entscheidung gescheitert.

Nachdem es kälter geworden war, präsentierte sich auch die Gudiberg-Piste knackiger als am Vortag. "Ich war überrascht, dass es so glatt war, das Gefühl war nicht so gut", sagte Strolz im ORF.

In der Slalomwertung führt Kristoffersen mit 356 Punkten vor Braathen (307), Straßer (278) und Ryding (262). Feller hat im Kampf um die kleine Kristallkugel viel an Boden verloren, er ist mit 261 Zählern Fünfter.

Nach dem Speed-Wochenende in Kvitfjell steht am 9. März in Flachau der vorletzte Saisonslalom auf dem Programm, der letzte steigt im Rahmen des Weltcupfinales in Courchevel-Meribel. "Es ist sicher cool, mit der roten Nummer zu fahren, ich denke jetzt aber nur an Ruhe und Schlafen zu Hause", sagte Kristoffersen nach seinem 26. Weltcupsieg, dem 21. im Slalom. (honz, APA, 27.2.2022)

Weltcup-Slalom der Männer am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen

Endergebnis:

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 1:52,66 54,64 58,02
2. David Ryding (GBR) 1:53,01 +0,35
3. Linus Straßer (GER) 1:53,13 +0,47
4. Lucas Braathen (NOR) 1:53,15 +0,49
5. Marco Schwarz (AUT) 1:53,17 +0,51
6. Giuliano Razzoli (ITA) 1:53,23 +0,57
7. Joaquim Salarich (ESP) 1:53,26 +0,60
8. Istok Rodes (CRO) 1:53,37 +0,71
9. Michael Matt (AUT) 1:53,62 +0,96
. Alex Vinatzer (ITA) 1:53,62 +0,96
11. Timon Haugan (NOR) 1:53,68 +1,02
12. Alexis Pinturault (FRA) 1:53,71 +1,05
13. Marc Digruber (AUT) 1:53,87 +1,21
14. Alexander Choroschilow (RUS) 1:53,89 +1,23
15. Manuel Feller (AUT) 1:54,05 +1,39
16. Erik Read (CAN) 1:54,30 +1,64
17. Fadri Janutin (SUI) 1:54,39 +1,73
18. Samuel Kolega (CRO) 1:54,66 +2,00
19. Tommaso Sala (ITA) 1:54,74 +2,08
20. Benjamin Ritchie (USA) 1:55,08 +2,42
21. Atle Lie McGrath (NOR) 1:57,97 +5,31

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Fabio Gstrein (AUT), Clement Noel (FRA), Kristoffer Jakobsen (SWE), Luca Aerni (SUI), Albert Popow (BUL), Armand Marchant (BEL), Marc Rochat (SUI)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Johannes Strolz (AUT), Dominik Raschner (AUT), Loic Meillard (SUI), Ramon Zenhäusern (SUI), Sebastian Foss-Solevaag (NOR), Daniel Yule (SUI), Tanguy Nef (SUI), Juan del Campo (ESP), Paco Rassat (FRA)

2. Durchgang:

1. Marco Schwarz (AUT) 57,72
2. Lucas Braathen (NOR) 57,74 +0,02
3. David Ryding (GBR) 57,84 +0,12
4. Henrik Kristoffersen (NOR) 58,02 +0,30
5. Linus Straßer (GER) 58,10 +0,38
6. Giuliano Razzoli (ITA) 58,26 +0,54
7. Alexander Choroschilow (RUS) 58,51 +0,79
8. Alex Vinatzer (ITA) 58,52 +0,80
9. Istok Rodes (CRO) 58,61 +0,89
10. Michael Matt (AUT) 58,63 +0,91
11. Timon Haugan (NOR) 58,77 +1,05
12. Fadri Janutin (SUI) 58,83 +1,11
13. Joaquim Salarich (ESP) 58,95 +1,23
14. Marc Digruber (AUT) 59,03 +1,31
15. Erik Read (CAN) 59,10 +1,38
weiter:
19. Manuel Feller (AUT) 59,49 +1,77

1. Durchgang:

1. Loic Meillard (SUI) 53,76
2. Ramon Zenhäusern (SUI) 54,27 +0,51
. Johannes Strolz (AUT) 54,27 +0,51
4. Joaquim Salarich (ESP) 54,31 +0,55
5. Alexis Pinturault (FRA) 54,45 +0,69
6. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) 54,56 +0,80
. Manuel Feller (AUT) 54,56 +0,80
8. Henrik Kristoffersen (NOR) 54,64 +0,88
9. Istok Rodes (CRO) 54,76 +1,00
10. Marc Digruber (AUT) 54,84 +1,08
11. Daniel Yule (SUI) 54,90 +1,14
. Tanguy Nef (SUI) 54,90 +1,14
13. Timon Haugan (NOR) 54,91 +1,15
14. Giuliano Razzoli (ITA) 54,97 +1,21
15. Michael Matt (AUT) 54,99 +1,23
weiter:
26. Marco Schwarz (AUT) 55,45 +1,69
30. Dominik Raschner (AUT) 55,67 +1,91

Nicht für 2. Durchgang qualifiziert:
42. Simon Rueland (AUT) 56,68 +2,92

Weltcup-Gesamtwertung (nach 27 Rennen):

1. Marco Odermatt (SUI) 1200
2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 825
3. Matthias Mayer (AUT) 692
4. Henrik Kristoffersen (NOR) 659
5. Beat Feuz (SUI) 579
6. Vincent Kriechmayr (AUT) 564
7. Manuel Feller (AUT) 522

8. Alexis Pinturault (FRA) 449
9. Dominik Paris (ITA) 446
10. Lucas Braathen (NOR) 405

Slalom Männer (8):

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 356
2. Lucas Braathen (NOR) 307
3. Linus Straßer (GER) 278
4. David Ryding (GBR) 262
5. Manuel Feller (AUT) 261
6. Loic Meillard (SUI) 247
7. Daniel Yule (SUI) 223
8. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) 220
9. Alex Vinatzer (ITA) 209
10. Giuliano Razzoli (ITA) 204

Mannschaft Männer (27):

1. Österreich 4170
2. Schweiz 3942
3. Norwegen 2737
4. Italien 2057
5. Frankreich 1690
6. Deutschland 1228
7. USA 982
8. Kanada 616
9. Slowenien 472
10. Kroatien 379

Nationencup (56):

1. Österreich 8285
2. Schweiz 7499
3. Italien 5277
4. Norwegen 3999
5. Frankreich 2875
6. USA 2707
7. Deutschland 1995
8. Slowenien 1388
9. Kanada 1361
10. Schweden 1230