74.164 der 367.861 Menschen ohne Job sind derzeit in Schulungen.

Foto: imago images/CHROMORANGE

An den Baustellen herrscht wieder zunehmend emsige Betriebsamkeit, Freunde und Kolleginnen schicken Grüße vom Skiurlaub – die Zeichen einer gewissen Normalisierung des Alltags waren zuletzt nicht zu übersehen. All das macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Fast 120.00 offene Stellen sind beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. Die Dynamik hat sich im Februar – zwei Jahre nach Beginn der Corona-Krise hierzulande – fortgesetzt.

Zu Monatsende waren 376.861 Menschen ohne Job, 74.164 davon besuchten eine Schulungsmaßnahme des Arbeitsmarktservice (AMS). Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,3 Prozent.

Ein Jahr zuvor waren noch 508.923 Menschen ohne Job, die Quote lag bei 10,7 Prozent. Hoch bleibt die Zahl der Langzeitarbeitslosen, aber auch hier gibt es zumindest leicht positive Signale: Die Zahl der Betroffenen sank im Februar auf 105.649 – im Jänner waren es noch rund 110.000 Menschen, die über ein Jahr lang arbeitslos waren.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) streicht bei der Präsentation der aktuellen Daten die positiven Aspekte hervor und spricht von der niedrigsten Arbeitslosenquote in einem Februar seit elf Jahren. Die Aussichten: eher optimistisch.

Ukraine-Krieg als Unsicherheitsfaktor

Das große Fragezeichen derzeit: die Russland-Sanktionen und der Ukraine-Krieg. Noch sei nicht abzuschätzen, wie stark das Wirtschaftswachstum gebremst würde, sagt Kocher. Auch mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt seien nicht abzuschätzen. "Es geht darum, solidarisch mit den Menschen zu sein", sagt der Arbeitsminister. Wenn es zu einer großen Zahl von Vertriebenen komme, werde die Regierung "gut vorbereitet" sein und eine "klare Linie" haben.

Auch AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht Österreich jedenfalls durch die Erfahrungen der Flüchtlingskrise 2015/16 für Neuankömmlinge aus der Ukraine gerüstet. Kurzfristig werde es zunächst um Unterkünfte für ältere Menschen und Frauen mit Kindern und um Kinderbetreuung gehen. Mittelfristig könne es auch zu einem Arbeitsmarkthema werden – eher in Wien bzw. im Osten Österreichs. "Wir werden bereit sein", sagte Kopf.

Corona-Kurzarbeit

Was die Ende März auslaufende Corona-Kurzarbeit betrifft, so wird sie von den Betrieben noch gut genützt: 187.127 Menschen sind vorangemeldet. Bis Ende Juni gibt es noch ein Übergangsmodell mit reduzierter Förderhöhe. Kocher erwartet durch das Auslaufen der Corona-Kurzarbeit ein sanftes Übergleiten ohne großen Schock: "Ich bin sehr optimistisch, dass die Arbeitslosenzahlen nicht massiv betroffen sind." (rebu, 1.3.2022)