"Hart, aber fair" vom Montag, nachzusehen in der ARD-Mediathek.

Foto: screenshot, ard-mediathek

Ja, wir leben in zunehmend dunklen Zeiten, die voller Heimsuchungen sind. Der Pandemie mit vielen Toten sowie Freiheitseinschränkungen folgt nun in Europa der Krieg Russlands gegen die Ukraine – und wer sich ein Bild von dessen möglicher Weiterentwicklung machen will, muss sich mit höchst unbequemen Perspektiven konfrontieren.

Eine Fernsehdiskussion, die den dazu nötigen Input lieferte – und zwar ohne mitunter realitätsuntaugliche Schonhaltungen –, war die Montagausgabe von Frank Plasbergs Format "Hart, aber fair", die in der ARD-Mediathek nachgeschaut werden kann. Zwar laufe Putins Aggressionskrieg nicht so zügig ab wie geplant, waren sich die Gäste einig. Doch der harte Teil komme erst, mit einer Ausweitung der Kampfhandlungen und einer zunehmenden Zahl ziviler Opfer, erläuterte etwa der deutsche Ex-Nato-General Hans-Lothar Domröse. Hier stiegen in einem die Bilder von Familien mit Kindern in ukrainischen Kellern hoch – gepaart mit der Hoffnung, dass viele vor dem Gemetzel evakuiert werden können.

Auch die Sanktionen des Westens gegen den russischen Feldzug wurden mitleidlos als inkomplett charakterisiert. Der Ausschluss aus dem internationalen Swift-System betreffe just jene Banken nicht, die die russischen Gaslieferungen abwickeln, sagte der deutsche Journalist Gabor Steingart.

Zur Frage, wie weit der russische Potentat in seinem Vernichtungswillen vielleicht gehen werde, ließ die Russland-Expertin Sabine Fischer aufhorchen. Putins Drohung, taktische, also kleinere, Atomwaffen einzusetzen, die geeignet sind, ein Dorf, eine Kleinstadt oder gar eine Stadt auszulöschen, seien, was die Ukraine angeht, "durchaus ernst zu nehmen", sagte sie. (Irene Brickner, 1.3.2022)