"Joe vs. Carol" rollt die Fehde zwischen Joe Exotic und Carole Baskin auf – zu sehen auf Sky.

Foto: Sky/Peacock

Es war die Fehde des Jahres 2020, und sie machte den ersten Lockdown etwas erträglicher: Joe "Exotic" Schreibvogel gegen Carole Baskin – der Überraschungshit auf Netflix. Der selbsternannte Tiger King duellierte sich inmitten seines bizarren Raubtieruniversums mit der als "Crazy Catlady" titulierten Tierschützerin. Die jahrelange Auseinandersetzung, bei der es um mehr als Tierquälerei ging, gipfelte in einem Mordkomplott gegen Baskin und endete für den Tiger King im Gefängnis.

Der US-Streaminganbieter Peacock wärmte jetzt die irre Geschichte auf, um sie in eine achtteilige Serie zu gießen – zu sehen ist Joe vs. Carole seit Freitag bei Sky. Kate McKinnon von Saturday Night Live spielt Carole, und John Cameron Mitchell (Hedwig and the Angry Inch) übernimmt die Rolle von Joe Exotic. Die gelungene Besetzung komplettiert Kyle MacLachlan (Twin Peaks) als Howard Baskin, Caroles schräger Ehemann. Don Lewis, Baskins erster Mann, verschwand 1997 spurlos. Die Umstände seines Verschwindens wurden nie geklärt und sind Futter für viele Spekulationen.

Movie Coverage

Private Seiten

Die Serie rollt die Vorgeschichte der Rivalität auf und blickt etwa auf die Zeit zurück, als Baskin Exotics Auftritte in Einkaufszentren verhinderte, indem sie die Betreiber mit kritischen Mails bombardieren ließ. Aber nicht nur das, die Serie dreht sich sehr stark um die privaten Seiten der Beteiligten: Schreibvogels schwierigen Weg bis zum Outing und der Eröffnung seines Wildtierzoos sowie Baskins Hürden bis zur Realisierung ihres Traums: ein Non-Profit-Tierheim für Großkatzen zu betreiben. Dafür braucht man Gegner.

Die zweite Staffel von Tiger King auf Netflix war enttäuschend, es gab nicht mehr so viel Stoff. Und die Serie kämpft mit dem Problem, etwas zu parodieren, das in der Realität bereits die reinste Parodie ist. Der ganz große Hype ist vorbei. Und dennoch: Hardcore-Tiger King-Fans kommen trotzdem auf ihre Kosten. (Oliver Mark, 4.3.2022)