Frank Thiels (Axel Prahl) Fahrrad ist gerade wieder einmal nicht verfügbar. Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) fährt im richtigen Moment vor.

Foto: ORF/ARD/WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost

Es begann, wie Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) später dem Verfassungsschutz erzählt, wie eine "völlig normale" Mordermittlung. Ein Programmierer wurde getötet, keiner kann sich erklären, warum.

Doch dann zeigt sich: Der Tote war Mitglied einer Truppe von Verschwörern. Deren Angst: Außerirdische Echsenwesen wollen die Weltherrschaft übernehmen. Im Netz kursiert auch ein Video, das die deutsche Ex-Kanzlerin Angela Merkel in Verhandlungen mit den Reptiloiden zeigen soll.

Und das ist nicht einzige Tollität, die dieser Münsteraner Tatort am Sonntag in Propheteus bietet. Es kommt noch besser: Ausgerechnet Rechtsmediziner Karl Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), immerhin ein "Mann der Wissenschaft", schließt die Existenz von Aliens nicht aus. Er wird sogar verdächtigt, der Prophet und Chef der irren Truppe zu sein.

Zuviel gekifft

Den Gegenpart bildet der bodenständige Thiel, der seinem "Vaddern" unterstellt, zu viel gekifft zu haben, als auch dieser sich so seine Gedanken über Außerirdische macht.

Es ist ein ebenso vergnüglicher wie verschachtelter Tatort, man muss aufpassen, um kein Detail der Handlung zu verpassen. Die Dialoge sind diesmal witzig. Wie Boerne es genießt, (endlich) als Prophet gesehen zu werden, gehört zu den besten Momenten.

Obwohl das Thema nach totaler Verhöhnung schreit, wird darauf verzichtet, was der Story guttut. Dass Thiel und Boerne sich gegen zwei merkwürdige Men-in-Black-Wesen vom Verfassungsschutz wehren müssen, ist allerdings fast zu viel. Andererseits: Egal, so vergisst man wenigstens den Wahnsinn in der Welt für 90 Minuten. (Birgit Baumann, 5.3.2022)