Wer dieses Schild sieht, parkt in Niederösterreich.

Foto: Lukas Riebling / Wikimedia Commons

Wien – Die Einführung der flächendeckenden Kurzparkzone in Wien hat auch massive Auswirkungen auf das Umland in Niederösterreich. Während sich in der Hauptstadt Parkplatzzonen entlang von Straßen leerten, waren teils ganze Straßenzüge in unmittelbarer Nähe zur Wiener Stadtgrenze, etwa in Langenzersdorf oder Gerasdorf, zugeparkt. Zumindest dort, wo auch Pendlerinnen und Pendler kostenlos ihre Autos für längere Zeit abstellen können – und komfortabel erreichbare Umsteigemöglichkeiten zu Öffis existieren.

Fast ganz Schwechat Kurzparkzone

Dabei wird es freilich nicht bleiben: Denn immer mehr Gemeinden in Niederösterreich reagieren auf die Ausweitung in Wien – und führen ebenfalls umfangreiche Parkregeln ein. So wurde fast ganz Schwechat zeitgleich mit Wien am 1. März zur Kurzparkzone. Überall dort, wo es noch keine Parkregeln in Form einer "blauen Zone" gab, wurde die "grüne Zone" eingeführt. Dort kostet eine halbe Stunde 50 Cent, ein Tagesticket sechs Euro. Dauerparker, die länger als einen Tag parken wollen, benötigen ein Parkpickerl. Auf dieses haben Personen mit Hauptwohnsitz Anspruch, sofern sie keinen eigenen Stellplatz haben. Das Jahresticket kommt auf 95 Euro. Firmen, die ihren Sitz in Schwechat und darüber hinaus keine eigenen Parkplätze haben, können ebenfalls um Ausnahmegenehmigungen ansuchen.

Auch in Perchtoldsdorf wurde bereits reagiert. Zeitgleich mit Wien trat eine neue Kurzparkzone in Kraft: Ausgehend von der Ketzergasse, die Wien und Perchtoldsdorf trennt, wurde diese auf einer Breite von rund 350 Metern in Richtung Ortszentrum eingerichtet. Autos können zwischen acht und 22 Uhr maximal für drei Stunden kostenlos abgestellt werden. Für Anrainer gibt es eine digitale Parkkarte für zwei Jahre, etwa 25 Euro Verwaltungsgebühr sind fällig. Dafür kann man zeitlich unbegrenzt parken.

Gerasdorf mit neuen Parkregeln im April

In Gerasdorf bei Wien gibt es noch keine Regelungen, einzelne Straßenzüge sind seit einigen Tagen voll verparkt. Hier sollen eigene Parkregeln erst am 11. April in Kraft treten. "Das gibt uns die Möglichkeit, mit den Erfahrungen der ersten Wochen zusätzlich eine Feinjustierung unserer Maßnahmen vorzunehmen", wie es vonseiten der Gemeinde heißt. Aber auch hier will man "das Parken für eigene Gemeindebürger:innen ermöglichen und Fahrzeuge von Auswärtigen möglichst fernhalten". Geplant sind kostenlose Kurzparkzonen in der Oberlisse und Gerasdorf Ort. Ein Parkpickerl soll 24,10 Euro für zwei Jahre kosten: Anspruchsberechtigt sind Personen mit Hauptwohnsitz, Firmen mit Sitz in Gerasdorf sowie deren Mitarbeiter und Pendler, die in Gerasdorf arbeiten.

Auch in Purkersdorf wurden erste Kurzparkzonen mit maximal drei Stunden Parkzeit angekündigt. In Korneuburg sollen auf dem Areal der ÖBB 200 zusätzliche Parkplätze entstehen. (David Krutzler, 5.3.2022)