Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) präsentierte den Fonds "Let's Empower Austria", kurz LEA. Die ehemalige Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein ist Ehrenpräsidentin.

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Wien – Um Frauen und Mädchen zu stärken, hat die zuständige Ministerin Susanne Raab (ÖVP) den Fonds LEA ("Let's Empower Austria") ins Leben gerufen. Er soll Frauen nicht nur "empowern", sondern sie auch für MINT-Berufe begeistern und Wissen vermitteln. Ungefähr 800.000 Euro gibt es für den Fonds im ersten Jahr aus dem Frauenministerium, sagte Raab bei einer Auftakt-Veranstaltung am Freitag. Kritik am Projekt kommt von der SPÖ.

Der Fonds soll so viele Frauen und Mädchen wie möglich erreichen und unterstützen, sagte Raab. Ganz allgemein soll LEA die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern verbessern und dem Gender Pay Gap, Gender Pension Gap und dem niedrigen Frauenanteil in MINT-Berufen entgegenwirken. Durch die Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen soll eine "Breitenwirkung" entstehen. Role Models – bekannte und erfolgreiche Frauen wie Snowboarderin Manuela Mandl oder MAK-Direktorin Lilli Hollein – sollen außerdem Schulen besuchen und jungen Mädchen positive Vorbilder bieten. Brigitte Bierlein, ehemalige Bundeskanzlerin der Übergangsregierung, ließ sich als "Ehrenpräsidentin" ins Boot holen.

Kinderbetreuung statt Online-Seminare

Für SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner geht das Projekt "völlig an den Lebensrealitäten der Frauen vorbei", wie sie in einer Aussendung betonte. Der Fonds, den sie als "Showpolitik" bezeichnete, agiere völlig intransparent und entziehe sich der parlamentarischen Kontrolle. "Für ökonomische Unabhängigkeit braucht es keine Online-Seminare, sondern den Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen sowie einen Rechtsanspruch ab dem 1. Lebensjahr und ernsthaftes Engagement und Maßnahmen zum Schließen des Pay Gaps", so Holzleitner.

Kritik an dem Vorhaben kann Raab nicht nachvollziehen. "Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass man etwas dagegen haben kann, eine zusätzliche Initiative zur Stärkung von Mädchen und Frauen zu schaffen", sagte sie auf Nachfrage der APA. Auch Frauenorganisationen müssten nicht um ihre Finanzierung fürchten – solche Bedenken kamen bei Bekanntwerden des Fonds im Jänner auf -, Raab empfinde diesen gegenüber "größte Wertschätzung" und habe erst gestern das Budget der Frauen- und Mädchenberatungsstellen "neuerlich erhöht". (APA, red, 6.3.2022)