Dominic Thiem will sein Comeback auf Sand starten, dem Untergrund, auf dem er sich am wohlsten fühle.

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Indian Wells – Dominic Thiem hat am Montag seine Fans via Instagram-Stories neuerlich über eine Verschiebung seines Comebacks informiert. Der 28-jährige Niederösterreicher, einst Nummer 3 der Welt, bereitete sich zwar in Indian Wells auf seine Rückkehr auf die ATP Tour vor, will nun aber erst in der Sandsaison wieder aufschlagen. Einen genauen Zeitplan gab es auch auf APA-Nachfrage beim Management nicht.

"Hand wird immer besser, aber..."

"Ich hatte wirklich gute Trainingswochen. Das Handgelenk ist perfekt in Ordnung, die Hand wird immer besser, aber ich habe trotzdem entschieden, meine Nennung für Indian Wells und Miami zurückzuziehen, um auf Sandplatz zu starten", erklärte Thiem. Sand sei immer noch der Untergrund, auf dem er sich am wohlsten fühle. "Daher glaube ich, ist es der perfekte Zeitpunkt, dort zu beginnen. Ich hätte gern in den Staaten gespielt, es tut mir leid für meine Fans. Das letzte Mal, als ich hier gespielt habe, hab ich gewonnen", bezog sich der aktuell Weltranglisten-50. auf Indian Wells.

Thiem hatte zuletzt immer wieder Videos vom Training in den USA gepostet. Dennoch müssen seine Fans weiter auf die Rückkehr des US-Open-Siegers 2020 warten. Vater Wolfgang Thiem verweist bei Anfragen seit einiger Zeit immer auf die in Spanien ansässige Agentur "Kosmos". Von dieser war nicht viel mehr zu erfahren, als Thiem per Video mitgeteilt hat. Thiem soll demnächst nach Österreich zurückkehren, es gäbe kein fixes Datum oder Turnier, das der 17-fache ATP-Turniersieger eingeplant habe.

Verschiebungen und Absagen

Damit setzte sich am Montag eine ganze Serie von Absagen und Verschiebungen fort. Der vierfache Major-Finalist muss wegen einer Verletzung im rechten Handgelenk seit seinem Antreten beim Rasenturnier auf Mallorca am 22. Juni auf der Tour pausieren. Er hatte sich einen Einriss in der Sehnenscheide und der dazugehörigen Gelenkskapsel zugezogen. Zwischenzeitlich warf ihn ein zu früher Wiedereinstieg ins Training zurück, was auch zur Trennung von Langzeit-Physio Alex Stober führte.

Mitte Dezember wollte Thiem zunächst bei einem Schauturnier in Abu Dhabi, dann beim ATP Cup und den Australian Open in Australien und dann bei den Sandplatz-Südamerika-Turnieren im Februar auf die Tour zurückkehren. Anfang Februar gab Thiem bekannt, dass er frühestens beim Masters-1000-Event in Indian Wells, das er vor mittlerweile fast drei Jahren gewonnen hat, zurückkehrt. Nun folgte also der vierte Rückzieher seit Dezember.

Zeitplan offen

Diesmal nennt Thiem gar keinen genauen Zeitplan mehr, hofft aber auf die Sandplatz-Saison in Europa. Eine Rückkehr beim 1000er-Event in Monte Carlo (ab 10. April) oder die Woche darauf in Barcelona ist wohl die nächste Option. Das noch vor einigen Monaten angepeilte Ziel, bei den French Open Ende Mai wieder voll um den Titel mitreden zu können, ist nun wohl aber Makulatur. Bei seiner Rückkehr werden voraussichtlich rund zehn Monate seit seinem letzten Wettkampf-Match vergangen sein.

Zumindest im ATP-Ranking wird sich der weitere Aufschub vorerst nicht massiv auswirken. Der ehemalige Weltranglisten-Dritte ist nun 50. Am 25. April fällt ihm der wegen der Corona-Sonderregel immer noch in seinen Punkten stehende Titel von Barcelona 2019 aus der Wertung (250 Zähler), davor hält sich der Schaden in Grenzen. Zudem wird Thiem natürlich mit einem "protected ranking" wiedereinsteigen. Das bringt ihm zwar keine Setzung und erspart ihm schwere Erstrunden-Gegner nicht, aber zumindest braucht er keine Wildcards, sollte er noch weiter an Boden verlieren.

Ansonsten brachten die am Montag veröffentlichten Tennis-Weltranglisten nur kleine Verschiebungen in den Top Ten: Bei den Männern überholte der Italiener Matteo Berrettini den Russen Andrej Rublew und ist nun Sechster. Sein Landsmann Jannik Sinner kehrte als Zehnter in die Top Ten zurück. Bei den Frauen überholte Maria Sakkari Paula Badosa und findet sich auf Platz sechs wieder.(APA, red, 7.3.2022)

Tennis-Weltranglisten vom 7. März – Männer:

1. (1) Daniil Medwedew (RUS) 8.615 Punkte
2. (2) Novak Djokovic (SRB) 8.465
3. (3) Alexander Zverev (GER) 7.515
4. (4) Rafael Nadal (ESP) 6.515
5. (5) Stefanos Tsitsipas (GRE) 6.325
6. (7) Matteo Berrettini (ITA) 4.928
7. (6) Andrej Rublew (RUS) 4.590
8. (8) Casper Ruud (NOR) 3.915
9. (9) Felix Auger-Aliassime (CAN) 3.883
10. (11) Jannik Sinner (ITA) 3.495

Weiter:
50. (51) Dominic Thiem (AUT) 1.070
140.(143) Dennis Novak (AUT) 461
192.(194) Jurij Rodionov (AUT) 310
211.(176) Sebastian Ofner (AUT) 270

Frauen:

1. (1) Ashleigh Barty (AUS) 7.980
2. (2) Barbora Krejcikova (CZE) 5.073
3. (3) Aryna Sabalenka (BLR) 4.853
4. (4) Iga Swiatek (POL) 4.776
5. (5) Anett Kontaveit (EST) 4.721
6. (7) Maria Sakkari (GRE) 4.436
7. (6) Paula Badosa (ESP) 4.424
8. (5) Karolina Pliskova (CZE) 4.242
9. (9) Garbine Muguruza (ESP) 3.235
10. (10) Ons Jabeur (TUN) 3.065

Weiter: 149.(148) Julia Grabher (AUT) 429 228.(222) Barbara Haas (AUT) 287