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Die russische Botschaft sprach von einem "barbarischen Akt".

Foto: AP / David Cliff

Wien/Kiew/Moskau – Anders als von russischer Seite behauptet soll laut Polizei am Sonntag kein Motorradfahrer, sondern ein Radfahrer einen roten Farbbeutel auf das Eingangsschild der russischen Botschaft in Wien-Landstraße geworfen haben. Die Handlung war von der Botschaft in sozialen Netzwerken als "barbarische Aktion" bezeichnet worden.

Ein Fahrradfahrer soll bei der Botschaft vorbeigefahren sein und das Schild vor dem Botschaftseingang mit einem Farbbeutel beworfen haben, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Anschließend sei er geflüchtet, die Fahndung sei erfolglos verlaufen. Die Polizei habe für eine weitere Auswertung Videomaterial angefordert.

Note der Botschaft

Über den entstandenen Schaden konnte der Sprecher keine Angaben machen. Über etwaige Beobachtungen des Bundesheers, das in einem Assistenzeinsatz diplomatische Missionen in Wien bewacht, wollte der Polizeisprecher nichts sagen. Laut APA-Beobachtungen sorgten zuletzt drei statt zwei Vertreter des Bundesheers rund um die Uhr für die Sicherheit der Botschaft in der Reisnerstraße.

"Das Außenministerium steht mit der russischen Botschaft zu dem Vorfall in Kontakt, eine Note der Botschaft liegt vor", erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums. Österreich komme seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Unversehrtheit diplomatischer Einrichtungen selbstverständlich nach, die Sicherheit aller diplomatischen Vertretungen sei ein großes Anliegen. Sie verwies auf laufende Untersuchungen der zuständigen Behörden.

Der mutmaßliche Farbbeutelangriff ereignete sich einen Tag nachdem das russische Außenministerium in einer ebenfalls in sozialen Netzwerken verbreiteten Erklärung scharfe Kritik an Bundeskanzler Karl Nehammer und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) geübt hatte, weil diese "einseitige und empörende Aussagen" über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine getätigt hätten. Das russische Außenministerium sprach diesbezüglich vom Kanzler eines "scheinbar neutralen Österreich". (APA, 7.3.2022)