Müller visiert das Viertelfinale an.

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Nagelsmann will das Tempo hochhalten.

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STANDARD-Liveticker: Bayern – Salzburg und Liverpool – Inter, Dienstag, 21 Uhr

München – Aus Sicht von Bayern München ist die Sache klar: Im Achtelfinal-Rückspiel der Fußball-Champions-League gegen Salzburg darf am Dienstag (21 Uhr, live im STANDARD-Ticker und bei Sky/Dazn) nach dem 1:1 im Hinspiel vor eigenem Publikum nichts schiefgehen. "Wir wissen, was am Dienstag auf dem Spiel steht. Wir haben natürlich den Druck, wir müssen und wir wollen weiterkommen", sagte Thomas Müller auf einer Pressekonferenz am Montag.

Umdenken gefordert

Die sechsfachen CL- bzw. Meistercupsieger erleben aktuell eine Art Déjà-vu. Vor dem Hinspiel musste man sich angesichts der 2:4-Niederlage gegen Bochum Fragen gefallen lassen, diesmal sind es Zweifel angesichts eines 1:1 gegen Bayer Leverkusen, die aufgekommen sind.

Müller ortete "unerzwungene Fehler" und forderte ein kleines Umdenken. "Wir müssen das Risikomanagement in den nächsten Wochen anders angehen. Wir wollen eine spielerische Mannschaft sein, das heißt aber nicht, dass wir uns aus dem eigenen Strafraum rausdribbeln müssen. Ein Ball auf die Tribüne zur richtigen Zeit ist nichts Verkehrtes", sagte der 32-Jährige.

Frage der Balance

Trainer Julian Nagelsmann sah das durchaus ähnlich, die Balance zwischen Risiko und Spiel sei zuletzt nicht immer ideal ausgefallen. "Natürlich ist der Anspruch, das meiste spielerisch zu lösen. Am Ende geht es um Situationen, gerade bei unserer Abwehr, wo wir aktuell nicht richtig entscheiden. Da nehmen wir oft lieber die spielerische Lösung, obwohl die nicht zu hundert Prozent möglich ist", befand der 34-Jährige – und lobte in puncto Kommunikation den zu Real Madrid gewechselten David Alaba. "Er hat am Platz und in der Kabine extrem viel gesprochen", erklärte Nagelsmann. Andere müssten da "erst reinwachsen".

Bayern will Tempo hochhalten

Für Dienstag erwartete er "viele Parallelen zum Hinspiel, bei dem Salzburg in der ersten Hälfte doch deutlich mutiger war, aber nicht blindlings draufgerannt ist". Salzburg müsse jedenfalls auch körperlich in die Knie gezwungen werden. "Im Hinspiel wurden sie ab der 60. Minute doch deutlicher müder. Sie hatten auch viele Corona-Infektionen. Daher wird es unsere Aufgabe sein, das Tempo hochzuhalten", stellte er klar.

"Es wird schon so sein, dass in der Anfangsphase berechtigte Euphorie da ist, sie werden uns unter Druck setzen und versuchen, Hektik zu erzeugen."

Nagelsmann sagte: "Ich bin kein Schwarzmaler und gehe nicht davon aus, dass wir ausscheiden." Um dies zu verhindern, müsse allerdings auch das Offensivspiel "modifiziert" werden, wie Müller forderte: Robert Lewandowski, gab Nagelsmann zu, bekommt zu wenige Bälle.

Salzburg kann "jeder Mannschaft wehtun"

Müller rekapitulierte das Hinspiel, in dem Salzburg durch Junior Adamu früh (21.) in Führung ging und Kingsley Coman erst im Finish (90.) ausglich, mit Respekt. "Im Hinspiel hat man gesehen, was Salzburg in Kombination mit dem Publikum kann. Sie können jeder Mannschaft wehtun. Wir waren verwundbar an diesem Abend", stellte der Stürmer klar, strich aber nicht zuletzt die eigene Leistung gerade nach Seitenwechsel hervor.

"Der Spielverlauf ist nicht besonders glücklich gewesen. In der zweiten Hälfte waren wir enorm am Drücker. Ich nehme eher diese Dominanz, das Bespielen der Salzburger in den letzten 40, 50 Minuten mit."

Nagelsmann kann im Tor wieder auf Manuel Neuer setzen, das bestätigte er am Montag. "Wenn ein Manuel Neuer im Tor steht, haben die Gegner vielleicht ein anderes Mindset", erklärte Müller im Hinblick auf die Rückkehr des Kapitäns nach dessen Innenmeniskus-Operation am 6. Februar. In der Abwehr ist der gegen Leverkusen gelbgesperrte Lucas Hernandez zurück. Weiter fehlen werden die Leistungsträger Leon Goretzka und Alphonso Davies sowie Corentin Tolisso. (APA, sid, red, 7.3.2022)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

FC Bayern München – FC Red Bull Salzburg
(Allianz-Arena, 21 Uhr, live Sky und Dazn, SR Turpin (FRA)

Bayern: Neuer – Pavard, Süle, Hernandez – Kimmich, Musiala – Gnabry, Müller, Sane, Coman – Lewandowski

Ersatz: Ulreich – Nianzou, Upamecano, O. Richards, Stanisic, Sarr, Roca, Sabitzer, Vidovic, Wanner, Tillman, Choupo-Moting

Es fehlen: Goretzka (Knie), Davies (Herzmuskel), Tolisso (nach Muskelfaserriss)

Salzburg: Köhn – Kristensen, Piatkowski, Wöber, Ulmer – Sucic, Camara, Aaronson, Seiwald – Adeyemi, Okafor

Ersatz: Mantl – Guindo, Solet, Bernardo, Junuzovic, Bernede, Kjaergaard, Capaldo, Tijani, Adamu, Sesko, Simic

Es fehlen: Koita, Okoh (beide Knie), Onguene (krank), Vallci (nach Achillessehnenriss nicht im CL-Kader)

Fraglich: Okafor, Sesko, Solet (alle angeschlagen)

Hinspiel 1:1, Sieger im Viertelfinale (5./6. und 12./13. April)