Ukrainische Flüchtlinge haben zum Teil Probleme, ihr Geld in ausländische Währungen umzutauschen.

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Ukrainische Flüchtlinge kommen derzeit nur schwer an ausländische Währungen. Der Umtausch von ukrainischen Hrywna ist nur eingeschränkt möglich, weil die ukrainische Notenbank vor einigen Tagen einen "kriegswirtschaftlichen Modus" ausgerufen hat. Dazu kommt, dass Geldwäschevorschriften den Wechsel größerer Geldmengen erschweren.

Krisenmodus

Durch den Krisenmodus der ukrainischen Notenbank seien der Handel mit der Währung und der Kurs ausgesetzt worden, sagt Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer (WKO). Derzeit arbeite man an einer Lösung. Das Problem sei aber kein rein österreichisches, auch in anderen Ländern gebe es Schwierigkeiten mit dem Devisenwechsel.

Dazu kommt, dass Banken nach dem Geldwäschegesetz dazu verpflichtet sind, die Identität der Kundinnen und Kunden festzustellen. Bei Personen, die noch kein Konto bei der Bank haben, muss zudem die Herkunft des Geldes nachgewiesen werden, erklärt der Rechtsanwalt Oliver Völkel. Die Grenzbeträge dafür sind relativ niedrig. Unter Umständen gelten die Verpflichtungen schon ab 1.000 Euro. Wenn man aus einem Kriegsgebiet kommt und Unterlagen fehlen, kann es aber oft schwierig sein, die Herkunft des Geldes nachzuweisen.

Manche Banken bieten die Möglichkeit, Geld zu wechseln, zudem nur eigenen Kundinnen und Kunden an. Das größere Problem dürfte aber sein, dass die Institute umgetauschte Hrywna nur sehr schwer wieder verkaufen können. Denn derzeit wollen viele Menschen ihre ukrainische Währung loswerden.

Banken suchen Lösungen

Laut Rudorfer sind die Banken bemüht zu helfen und tauschen auch ukrainische Währung noch in Euro, soweit es möglich sei. So bietet die Erste Bank derzeit eine Wechselmöglichkeit für ukrainische Flüchtlinge an. Wer bei der Bank ein kostenloses Konto eröffne, "kann Hrywna im Wert von 300 Euro pro Person umtauschen", so die Bank zur APA. Das gelte bis auf weiteres für Erste-Bank-Filialen.

Bei der Raiffeisen Bank International (RBI) arbeite man indessen gemeinsam mit den Raiffeisenlandesbanken daran, den Umtausch zu ermöglichen. "Dieser Service wird in den kommenden Tagen bundesweit ausgerollt werden", teilte die RBI der APA mit. Weiters könnten ukrainische Staatsbürger bereits in einem vereinfachten Prozess, bei dem nur ein Pass nötig sei, ein Konto bei einer Raiffeisenbank eröffnen. Das sei auch bei den Raiffeisen-Töchtern in der Slowakei, Rumänien, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina und im Kosovo möglich.

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch hatte am Donnerstag gefordert, dass die Regierung gemeinsam mit den Banken eine "unkomplizierte und unbürokratische Lösung" finden müsse. "Es geht hier um überschaubare Beträge, nicht um Geldwäsche", erklärte Muchitsch. Die Regierung solle nicht nur reden, sondern auch handeln. (APA, japf, 10.3.2022)