Die Bayer-Aktie stieg am Donnerstagvormittag nach der Mitteilung um 0,3 Prozent.

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Leverkusen – Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verkauft seinen Geschäftsbereich Environmental Science Professional (ESP) für einen Milliardenbetrag an den Finanzinvestor Cinven. Der Verkaufspreis beträgt 2,6 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro), teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Bereich stand seit rund einem Jahr im Schaufenster.

Der erzielte Preis liege über seiner Schätzung sowie über dem zuletzt in den Medien genannten Wert, schrieb der Analyst Richard Vosser von der Bank JP Morgan. Die jüngst gut erholte Bayer-Aktie stieg am Vormittag um 0,3 Prozent, während der Dax nach seiner Erholungsrallye tags zuvor um gut ein Prozent zurückfiel.

Schulden nach Glyphosat-Streit

"Durch diese Veräußerung können wir uns auf unser landwirtschaftliches Kerngeschäft und die erfolgreiche Umsetzung unserer Wachstumsstrategie in der Division Crop Science konzentrieren", sagte Rodrigo Santos, Chef der Bayer-Agrarsparte. Der Geschäftsbereich mit dem Hauptsitz im US-Bundesstaat North Carolina beschäftigte im Jahr 2021 rund 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Er bietet Produkte zur Schädlingsbekämpfung und Unkrautbeseitigung in nichtlandwirtschaftlichen Bereichen an, etwa für Grünanlagen, Golfplätze sowie für die Vegetationskontrolle in der Forstwirtschaft, aber auch zur Pflege von Zierpflanzen.

Die Transaktion soll laut Bayer in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Mit den Nettoeinnahmen will man die Schulden senken. Der Konzern leidet immer noch unter der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto, der ihm zehntausende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken Glyphosat-haltiger Unkrautvernichter eingebrockt hatte. Der Streit kostet den Konzern viele Milliarden.

Gerichtsentscheidung steht an

Trotz zuletzt zunehmend besser laufender Geschäft steht der Aktienkurs daher auch schon seit Jahren unter Druck. Aktuell kosten die Papiere in etwa halb so viel wie vor dem Monsanto-Kauf. Wichtig ist daher eine bald anstehende Entscheidung des obersten US-Gerichts, ob es einen wegweisenden Glyphosat-Fall zur Überprüfung annimmt.

Sollte es zur Verhandlung kommen, hätte das Urteil Signalwirkung. Von einem Sieg verspricht sich Bayer, die Streitigkeiten im Grunde beenden zu können. Für den Fall, dass der Gerichtshof den Fall nicht annimmt oder zuungunsten von Bayer entscheidet, hat der Konzern bereits Geld für Zahlungen an künftige Kläger beiseitegelegt. (APA, 10.3.2022)