Demos gegen Putin gibt es derzeit fast überall, hier ein neues Grafitti am Wiener Donaukanal.

Foto: APA / Georg Hochmuth

Den Teufel doch nicht an die Wand zu malen!, das hatte bedeutet: Behüte dich, mit Schwarzsehen Übles herbei- oder überhaupt erst hervorzurufen, da der Teufel nur ganz dünn schläft.

Wochenlang wird mir von falschen, nämlich hintertückischen Propheten aller westlichen Botschaften- und Nachrichtenaussender mir Fernliegendes geweissagt, und dem bin ich wider meinen Willen preisgegeben, schriftlich wie fernmündlich, weshalb mir die Ohren mit Wachs verschließen zu lassen nichts hülfe wie mich blenden zu lassen – erbarmungslos dringen diese Vermutungen mir übelst gesinnter Geheimdienste immer drängender an mich, prasseln auf mich nieder mit der Absicht, meine Widerstandskraft zu brechen.

Verhören unterzogen

Verhören werde ich von westlichen Mächten unterzogen, immer höhere Strafen für nicht Begangenes werden mir angedroht. Sobald sie, was sie vorauszusehen vorgeben, so beschreiben, als fände das schon statt, als rollten meine Panzer schon da und da in mir als Feindesland Unterjubeltes ein, und als würde längst dort überall vor meiner Übermacht geflüchtet, kann ich ihren Verführungskünsten nicht länger standhalten, nämlich dann nicht mehr, als ihren Vorhersagen gemäß auch der Tag meines Überfalls endlich feststeht.

In Notwehr – es hat mich ja schon in diesen Sog gezogen – füge ich mich den von diesen Kriegshetzern und ihrer Propaganda erfundenen Plänen, indem ich, um nicht klein beizugeben, immerhin als ein Souverän ihren Behauptungen mich füge, indem ich mir Angedichtetem nachkomme, aber doch noch so, dass ich dem von ihnen erfundenen Zeitpunkt meines Einmarsches um etliche Stunden zuvorkomme! (Julian Schutting, ALBUM, 12.3.2022)