Die Netflix-Doku zeichnet den Weg von Bubba Wallace zur Rennfahrer-Ikone nach.

Foto: Netflix

Der Titel der Dokuserie Race: Bubba Wallace ist ein schönes Wortspiel. Die Netflix-Produktion beschreibt das Leben von Darrell Wallace Jr., Spitzname Bubba. Wallace ist Nascar-Rennfahrer. Und in einem äußerst weißen Sport ist Wallace der einzige schwarze Athlet. Er kämpft nicht nur mit Gegnern auf der Rennstrecke, sondern auch gegen Rassismus.

Ultrakonservative Fangemeinde der Nascar

"Ich trage Verantwortung", sagt Wallace, entscheidend ist ein Zusatz: "Das kommt automatisch." Denn Wallace ist kein geborener Aktivist, er musste diese Rolle erst annehmen und lernen. Als in den USA im Frühjahr 2020 eine Debatte über Polizeigewalt beginnt, überrascht er sein Umfeld, vor allem aber sich selbst. Wallace trägt auf Rennstrecken ein Shirt mit der Aufschrift "I can’t breathe". Er fordert ein Verbot der Flagge der Südstaaten aus dem US-Bürgerkrieg, das ultimative Zeichen für White Supremacy. In der ultrakonservativen Fangemeinde der Nascar ist das unerhört. Wallace wird an den Strecken ausgebuht. Aber wegen ihm nähert sich die Nascar-Organisation den Standards des 21. Jahrhunderts an. Ganz nebenbei spricht Wallace zudem über mentale Gesundheit, auch dabei ist er ein Pionier.

Das Team 23XI, für das Wallace fährt, gehört Basketballlegende Michael Jordan. Die Parallelen zu dessen Serie The Last Dance sind augenscheinlich. Race: Bubba Wallace wechselt häufig den Zeitpunkt. Der Fokus der Serie ist aber ganz ein anderer, auch nicht vergleichbar mit der Formel-1-Serie Drive to Survive, deren vierte Staffel kürzlich erschienen ist. Die Doku will keine neuen Zielgruppen für Nascar gewinnen, sondern die Evolution von Rennfahrer Bubba Wallace zur Ikone aufzeichnen. Das ist gut gelungen. (Lukas Zahrer, 14.3.2022)

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