Wenn der Gecko, also die Echsenart, in Gefahr ist, wirft er den Schwanz ab. Wenn die Führung der Gecko, also der Gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination, in Gefahr politischer Abweichung kommt, wirft sie ihr Realitätsbewusstsein ab.

Die Führung der Gecko: Gesundheitsbeamtin Katharina Reich und Generalmajor Rudolf Striedinger.
Foto: Heribert CORN

Die Covid-Ansteckungszahlen erreichen ständig neue Rekordhöhen, aber die Regierung hat offenbar beschlossen, dass es jetzt einmal genug ist mit diesen Maßnahmen, und hat komplett "aufgemacht". Gegen den Rat von ziemlich vielen der Experten.

Ende letzter Woche kam es dann zu der Situation, dass, einem STANDARD-Bericht zufolge, die Corona-Kommission eine "Wiederaufnahme" gewisser Maßnahmen empfehlen wollte, mit ausdrücklicher Zustimmung der obersten Gesundheitsbeamtin Katharina Reich. Dann aber wurde sie zu einem "wichtigen Anruf" geholt, und als sie wiederkehrte, war sie anderer Meinung: lieber stattdessen "Umsetzung geeigneter Präventionsmaßnahmen" zu empfehlen.

Der Co-Chef von Gecko ist Generalmajor Rudolf Striedinger, der mit dem gefleckten Tarnanzug. Die Lageanalyse des hohen Militärs: Während die Infektionen kerzengerade nach oben schießen, spricht er im Profil-Interview von einem "langsameren Anstieg der Welle".

Experten sind dazu da, ohne politische Rücksichten ein realistisches Bild zu vermitteln. Hier hat man den Eindruck, dass der Schwanz vielleicht nicht abgeworfen, aber eingezogen wurde. (Hans Rauscher, 14.3.2022)