Putin war das Thema bei Markus Lanz.

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Bei Markus Lanz gibt es seit Kriegsbeginn als Thema praktisch nur Putin, den Schrecklichen. Die erste Sendung der Woche bringt einen Mix aus Szenen westlicher Freundlichkeit, Liveberichten von Katrin Eigendorf aus Odessa und dem Staunen der Gäste, dass die Signale einer üblen Entwicklung übersehen wurden. Bevor der Politiker auf Lanz' Anklagebank muss, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, zeigt man die Aktion der TV-Redakteurin Marina Owsjannikowa. Sie hebt in der Hauptnachrichtensendung des russischen Fernsehens kurz ein Schild in die Höhe ("Stoppt den Krieg"). Mutiger Grenzgang, findet die Runde, dann kommt Söder. Zum Aufwärmen gibt es für ihn Szenen der Begegnung (von 2016) mit dem Mann, der jetzt bombt.

Der ehemalige CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber umarmt da Putin brüderlich. CSUler Horst Seehofer schüttelt die Hand. Alles lächelt, wie konnte man so irre sein? "Putin hat alle belogen", eröffnet Söder seine Apologie. Man hielt ja Reden für sinnvoll, er wäre auch in Moskau gewesen, allerdings auf Einladung und erst nachdem er sich unter anderem mit Angela Merkel abgesprochen hatte.

Wie war’s bei Putin? Es sei ein höfliches Gespräch gewesen, so Söder. Auf kritische Fragen habe es aber keine Antwort gegeben. Politiker seien halt keine "NGOs", und ja, die Energieabhängigkeit ist eine Realität. Von Politologin Daniela Schwarzer gab es Widerspruch. Nach der Annexion der Krim hätte man sehen müssen, dass Putin eine Vision hat. Ein Russland, "das Nachbarn einnimmt". So ging das Hin und Her mit bekannten Positionen. Irgendwie schien schon alles gesagt. Nur noch ein Besuch von Frau Merkel bei Lanz, der wäre spannend. (Ljubiša Tošić, 16.3.2022)