Peter Kaufmann, stellvertretender Institutsleiter KMU Forschung Austria, Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG und Klaus Pseiner, Geschäftsführer der FFG, beim FFG Jahrespressegespräch 2022.

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Forschung und Innovationen sind die Grundlage für zentrale Zukunftsvorhaben, vom Klimaschutz über die Energie- und Mobilitätswende bis hin zum Fortschritt der Digitalisierung. Investitionen in Forschung und Entwicklung stärken dabei nicht nur den Innovationsstandort Österreich, sondern helfen auch auf lange Sicht, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Gute Nachrichten wurden in diesem Sinne beim diesjährigen Jahrespressegespräch der Forschungsförderungsgesellschaft FFG verlautbart.

Denn im letzten Jahr konnte die FFG einen deutlichen Zuwachs an Förderzusagen verbuchen: Nach 572 Millionen Euro im Jahr 2020 gingen 2021 insgesamt 738 Millionen Euro an angewandte Forschungsprojekte. Im aktuellen Jahr steigt das Gesamtbudget der FFG, das auch in den kommenden Jahren schlagend wird, auf ein "All Time High" von über 1,6 Milliarden Euro, sagte FFG-Chef Klaus Pseiner.

Breites Förder-Portfolio

Die auf wirtschaftsnahe Forschung, Innovationen und Technologieentwicklung spezialisierte Förderagentur schüttete in den Jahren 2019 und 2018 jeweils rund 618 Millionen Euro aus Eigenmitteln an Forschungsprojekte aus. Nach einem Rückgang der Fördersumme im Jahr 2020 stieg diese 2021 deutlich über 700 Millionen Euro. Diese Zahl sei eine Melange aus Ausschreibungen der letzten Jahre, sagte Pseiner.

Die Steigerung liegt unter anderem an der Aufstockung von Mitteln durch das Klimakonjunkturprogramm des Klimaschutzministeriums. Gefördert werden damit etwa Projekt und Initiativen aus den Bereichen Produktion, Lifesciences, Sicherheit, Mobilität, Energie und Umwelt.

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Insgesamt verzeichnete die FFG zuletzt in allen Förderkategorien ein Plus, sagte Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Für heuer liegt das für neue Initiativen und Projekte zur Verfügung stehende Gesamtbudget bei mehr als 1,6 Milliarden Euro. In dieser Größenordnung habe man noch nie investieren können, sagten Egerth und Pseiner.

Diese Erhöhung ist der FFG zufolge auch auf Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds zurückzuführen. Diese werden, verteilt über die kommenden Jahre, etwa in die Umstellung von Bus- und LKW-Flotten auf emissionsfreie Antriebe fließen. Schon heute wird knapp die Hälfte der FFG-Förderungen in klimarelevante Projekte investiert.

Ungebrochene Nachfrage

Die nunmehrige Steigerung würde auch das "klassische Forschungs- und Entwicklungs-Portfolio stärken", sagte Pseiner. Dort verzeichnete man im vergangenen Jahr ein Plus von rund 40 Prozent bei Anträgen in den Basisprogrammen. Insgesamt gehe es darum in der heimischen Forschungs- und Entwicklungslandschaft Stärken zu stärken aber auch neue Modelle nicht außer Acht zu lassen, sagte Egerth. Immerhin gehe man "von einer Pandemiekrise in eine schwierige Wirtschaftssituation mit einem Krieg vor der Tür", sagte die FFG-Geschäftsführerin.

Sie rechnete mit weiter steigenden Anträgen von Firmen, die sich durch Innovationsprojekte auch einen Teil ihrer Widerstandsfähigkeit sichern könnten. Im Rahmen von jährlichen Befragungen wisse man, dass rund 70 Prozent der Firmen nach einem Erstantrag im Zeitraum von vier Jahre einen weiteren Antrag stellen und Projektbeteiligungen dabei helfen, Beschäftigung in den Unternehmen zu sichern und zu steigern.

Ohne die für den Breitbandausbau vorgesehenen Gelder (2021: 183 Mio. Euro) wurden im vergangenen Jahr 738 Millionen Euro für 4.977 Forschungsvorhaben in ganz Österreich bewilligt. Davon flossen 247 Millionen Euro an Großunternehmen (2020: 220 Mio.). Kleine und mittlere Unternehmen erhielten 2021 195 Millionen Euro.

Nachdem die Forschungseinrichtungen und Kompetenzzentren im Jahr 2020 zusammen Fördermittel in der Höhe von 79 Millionen Euro lukrierten, waren es im Jahr darauf 169 Millionen Euro. Der Hochschulsektor erhielt im Vorjahr 104 Millionen Euro aus den FFG-Töpfen. Sonstige Einrichtungen erhielten 2021 insgesamt 23 Millionen Euro – darin enthalten sind auch 78,5 Millionen Euro, die an heimische Start-ups gingen. (APA, red, 16.2.2022)