Bild nicht mehr verfügbar.

Assimi Goita hat sich vergangenes Jahr an die Macht geputscht.

Foto: ap

Bamako – Die Militärregierung im westafrikanischen Mali hat den französischen Sendern Radio France International (RFI) und France 24 ein vorläufiges Sendeverbot erteilt. Betroffen seien auch die Onlineplattformen der beiden Sender, hieß es in einer Mitteilung der Regierung am Donnerstag. Beide Sender werden vom französischen Staat mitfinanziert und berichten über das internationale Nachrichtengeschehen.

Vorwurf: Verbreitung von Falschinformationen

Die Regierung in Bamako warf den Sendern vor, falsche Informationen über angebliche Menschenrechtsvergehen der malischen Armee verbreitet zu haben. Die malische Regierung sprach von einem gezielten Versuch, das Land zu destabilisieren und das Militär zu diskreditieren. Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern wird von Assimi Goita regiert, der sich vergangenes Jahr an die Macht geputscht hat. Goita wird von westlichen Staaten vorgeworfen, russische Söldner ins Land gelassen zu haben.

Frankreich bedaure die Maßnahmen Malis, sie stellten schwere Verstöße gegen die Pressefreiheit dar, erklärte das Außenministerium in Paris. Frankreich stehe für Presse- und Meinungsfreiheit und den Schutz von Journalisten überall auf der Welt ein. Frankreich sei besorgt über die schwerwiegenden Anschuldigungen, dass es im Zentrum Malis zu Übergriffen gekommen sein soll, die von unabhängiger Seite dokumentiert wurden und die nicht verschwiegen werden dürften.

Das Verhältnis zwischen den Militärmachthabern in Bamako und der Regierung in Paris ist derzeit sehr angespannt. Die ehemalige Kolonialmacht und seine internationalen Partner verkündeten im Februar ein Ende des Anti-Terror-Einsatzes in Mali und kündigten einen koordinierten Abzug der Kampftruppen an.

Österreich ist in Mali an der UNO-Mission MINUSMA sowie an der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali beteiligt. (APA, 17.3.2022)