Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sprach in seiner Kritik auch Haftungsfragen an.

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Wien will Corona-Infizierte ohne Symptome nicht in die Arbeit schicken. Die entsprechende Quarantäne-Lockerung, die von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in Aussicht gestellt wurde, wird von der Stadtregierung abgelehnt. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) meinte in "Wien heute", es komme "ganz sicher nicht infrage", infizierte Mitarbeiter wieder arbeiten zu lassen.

Hacker ist "ganz sicher", dass den Vorstoß des Ministers "in ganz Österreich niemand ernsthaft umsetzen" werde. Es gehe da auch um Haftungsfragen, sollten sich Patientinnen und Patienten infizieren: "Das beginnt bei der Frage der Haftung des Arbeitgebers, geht weiter zur zivilrechtlichen Haftung und bis zur strafrechtlichen Haftung."

Verordnung ab Mittwoch

Rauch begründete seinen Vorschlag damit, dass das Personal in Spitälern und Pflegeeinrichtungen durch viele Krankheits- und Quarantäne-Fälle am Rande der Überlastung ist. Wie genau die verkürzte Quarantäne für asymptomatisch infizierte Personen aussehen soll und für welche Arbeitsbereiche sie gelten soll, ließ der Ressortchef offen. Die dazu gehörige Verordnung sollte über das Wochenende ausgearbeitet werden und am Mittwoch in Kraft treten.

Schon länger vorgesehen ist ja, dass sich (eigentlich bereits ab dem morgigen Montag) nicht vollständig geschützte Kontaktpersonen nicht mehr zehn Tage absondern müssen. Für sie sollen dann wohl nach spätestens fünf Tagen nur noch Verkehrsbeschränkungen gelten. (APA, 20.3.2022)