In Döbling wird schon lange über Radwege in der Krottenbachstraße diskutiert. Nun soll einer kommen.

Foto: Radeln in Döbling/ Andrea Leindl

Ein rosa Fahrrad, dessen Räder in ein rotes Herz übergehen: Die selbsternannte Wiener Fortschrittskoalition findet sich auch optisch in dem neuen Radkampagnenlogo, das Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag im Gepäck hatte, wieder. Dabei spielte dieses eigentlich nur eine Nebenrolle.

Hauptthema an diesem Vormittag war das "größte Radwege-Ausbauprogramm in der Geschichte Wiens", wie es Sima bezeichnete. So sollen im Jahr 2022 mehr als 17 Kilometer an neuer oder verbesserter Radinfrastruktur im Hauptwegenetz der Stadt Wien entstehen – verteilt auf 44 Projekte. Zum Vergleich: 2021 kamen elf Kilometer dazu, plus weitere Strecken in Bezirksradverkehrsnetzen. Heuer solle das Radnetz "qualitativ verbessert" werden sowie für Lückenschlüsse gesorgt werden. Eine Auswahl anstehender Projekte:

  • Lassallestraße Mit mehr als einer Million Radfahrenden zählte die Strecke zu den am stärksten genutzten im Jahr 2021. Für sie soll künftig ein mehr als vier Meter breiter Zweirichtungsradweg von der Straße der Wiener Wirtschaft bis zur Vorgartenstraße entstehen.
  • Krottenbachstraße Von der lokalen Radlobby des 19. Bezirks wird die Situation im Krottenbachtal bereits seit langem kritisiert. Nun soll ein Zweirichtungsradweg auf der Verkehrsader von der Cottagegasse bis zur Flotowgasse entstehen. Der Anschluss in die Cottagegasse bis zur Peter-Jordan-Straße erhält ebenso einen Weg und Radfahren gegen die Einbahn.
  • Heiligenstädter Brücke Im Zuge der Sanierungsarbeiten der Verbindung vom 19. in den 20. Bezirk soll eine Lücke der Radwege geschlossen werden. Das Ersatzbauwerk für den Autoverkehr bleibt nach der Baustelle erhalten und wird als Rad- und Fußgängerbrücke dienen. Die Fertigstellung mit Anbindung an den Donaukanal via Auffahrtsrampen ist für 2023 geplant.
  • Alberner Hafen Als Pendant zur Straßenbahnverbindung zwischen Wien und Schwechat soll auch die Alberner Hafenzufahrtsstraße ab der Warneckestraße stadtauswärts verlängert werden. Im Zuge dessen sollen auch der Radweg auf der Simmeringer Lände unter der Freudenauer Hafenbrücke sowie das neue Radwegprojekt Schwechat angeschlossen werden.
  • Wientalradweg Heuer soll der nächste Abschnitt der Linken Wienzeile zwischen Winckelmannstraße und Anschützgasse angegangen werden.

Außerdem kündigte Sima rund 5.000 neue Radabstellmöglichkeiten an. 20 Millionen Euro will die Stadt heuer für Radinfrastruktur ausgeben. Insgesamt sind im Koalitionsprogramm 100 Millionen für fünf Jahre geplant. Die Zahl der Radelnden nehme zu, 2021 seien mehr als 9,3 Millionen an den Zählstellen vorbeigeradelt. Enttäuscht gaben sich die Wiener Grünen. Wichtige, "seit Jahren geplante" und von roten Bezirksvorstehern "blockierte" Radwege würden auch weiterhin fehlen: etwa in der Argentinierstraße, Brünner Straße, Simmeringer Hauptstraße und Landstraßer Hauptstraße. (ook, 21.3.2022)