Legionär Baumgartner ist voll fokussiert.

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Sportdirektor Schöttel setzt auf den Hunger der Spieler.

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Im Laufe des Montags sind die restlichen österreichischen Teamspieler im Wiener Quartier eingetrudelt, noch vor der Begrüßung fanden die traditionellen Corona-Tests statt. Nicht gekommen ist Lens-Legionär Kevin Danso, er ist nicht positiv, es gibt im Fußball noch ganz ordinäre Knöchelverletzungen. Teamchef Franco Foda nominierte Maximilian Ullmann nach, der in Venedig keine Hauptrolle einnimmt. Die wird er auch nicht am Donnerstag in Cardiff, im WM-Playoff-Halbfinale gegen Wales, spielen.

Kapitän David Alaba hatte Wäsche im Gepäck, er brachte zudem das 0:4 von Real Madrid gegen den FC Barcelona mit, passiert ist das königliche Grauen am Sonntag. Alaba war an allen vier Gerntreffern relativ direkt beteiligt, spanische Medien schrieben von "seiner schlechtesten Partie in Weiß".

"David steckt das locker weg"

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel schließt Folgeschäden aus. "David hat so viel gewonnen, er steckt das locker weg." Hoffenheims Christoph Baumgartner hatte ein 0:3 gegen Hertha BSC anzubieten, der Offensivmann ist aber prinzipiell in Hochform. Wie auch Alaba. Baumgartner: "Mit dem Flug nach Österreich ist die Enttäuschung vorbei. Neues Umfeld, neues Setting. Natürlich reden wir untereinander über Fußball, über unsere große Liebe." Die Vorfreude auf Wales sei riesig, die innere Anspannung nehme nahezu stündlich zu. "Wir haben nur den Tag X im Blick. Wir werden das Spiel auf unsere Seite ziehen. Jedem ist bewusst, es geht um alles."

Im Falle eines Sieges wäre die erste Etappe auf dem Weg zur eher absurden WM in Katar bewältigt. Die zweite Teilstrecke kann erst im Juni zurückgelegt werden. Im Happel-Stadion, gegen den Gewinner aus Schottland gegen Ukraine. Aufgrund des Krieges wurde dieses Halbfinale verschoben. Schöttel: "In Wien hätten wir sehr gute Karten." In Cardiff sind sie laut Sportdirektor auch nicht schlecht. "Für viele aus dieser Generation ist es die einmalige Chance, bei einer WM dabei zu sein. Sie sind extrem hungrig. Wales ist hart, aber ich glaube an die eigene Stärke. Es gibt nur siegen oder fliegen."

Testgegner offen

Fliegen hätte Folgen, wobei der Test am 29. März in Wien gegen Schottland trotzdem stattfinden würde. Der Besuch macht Sinn, denn 50 Prozent der Einnahmen fließen an die Ukraine-Hilfe. Im Falle eines Erfolgs in Cardiff wäre der Verlierer aus Schweden gegen Tschechien Gast. Fodas Vertrag läuft am 31. März aus. Bei einer Qualifikation würde er sich automatisch verlängern. Ein Out im Cardiff wäre wohl Fodas vorletzter Einsatz gewesen. Schöttel: "Denn der 29. März ist vor Ende März." Am Montag wurde neben dem Happel-Stadion trainiert, im Sinne von regeneriert. Am Dienstag wird an der Taktik gefeilt. (Christian Hackl, 21.3.2022)