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Ein Bildschirm in einem Restaurant in Peking zeigt Bilder von Flugzeugtrümmern an der Absturzstelle der Boeing 737, die von Kunming nach Guangzhou flog.

Foto: REUTERS/Tingshu Wang

Kunming – Beim Absturz einer Passagiermaschine im Süden Chinas sind vermutlich alle 132 Insassen ums Leben gekommen. Wie der chinesische Staatssender CCTV am Dienstag rund 18 Stunden nach dem Absturz berichtete, wurden Wrackteile der Boeing gefunden, jedoch noch keine Überlebenden. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren im Einsatz. Behörden gaben aber noch keine offiziellen Opferzahlen bekannt.

Die etwa sieben Jahre alte Boeing 737 der China Eastern Airlines war am Montag plötzlich mehr als 8.800 Meter in die Tiefe gestürzt, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Auf einem Video war zu sehen, wie die Maschine senkrecht abstürzte. An Bord waren 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Das Unglück passierte in einer entlegenen, hügeligen Gegend nahe der Stadt Wuzhou in der südchinesischen Region Guangxi. Das Flugzeug mit der Flugnummer MU5735 war auf dem Weg von Kunming in der Provinz Yunnan nach Guangzhou in der Provinz Guangdong.

Baugleiche Maschinen bleiben am Boden

Laut Staatsmedien wurden an der von Bergen umgebenen Absturzstelle neben Trümmerteilen auch Überreste von Ausweisen und Geldbörsen entdeckt. Der Flugschreiber, der Anhaltspunkte über die Unglücksursache liefern könnte, wurde zunächst nicht gefunden.

Laut "Global Times" sagte China Eastern sämtliche Flüge mit Maschinen vom betroffenen Typ 737-800NG ab. Bei anderen Gesellschaften seien jedoch mehr als 850 Flüge mit dem Modell geplant gewesen. Staatsmedien berichteten, dass am Dienstag rund 70 Prozent aller Flüge in China abgesagt wurden. Jedoch wurde darauf verwiesen, dass es wegen der Corona-Pandemie zuletzt immer wieder eine hohe Ausfallquote gegeben habe.

Unterstützung von Boeing

Chinas Luftfahrt blickt auf ein relativ sicheres Jahrzehnt zurück. Das letzte große Flugzeugunglück geschah im August 2010 in Yichun in der Provinz Heilongjiang in Nordostchina. Bei der Bruchlandung eines Flugzeugs vom brasilianischen Typ Embraer der Henan Airlines kamen 44 Insassen ums Leben, 52 überlebten.

Der US-Flugzeugbauer Boeing kündigte eine Unterstützung an. "Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Besatzung von China Eastern Airlines Flug MU 5735", teilte der Konzern mit. Technische Experten stünden bereit, um bei der Untersuchung der Unglücksursache unter der Führung der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde zu helfen.

China hatte erst kürzlich ein Flugverbot für Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max aufgehoben. Dieses war verhängt worden, nachdem zwei Maschinen dieses Typs 2018 in Indonesien und 2019 in Äthiopien abgestürzt waren. (APA, 22.3.2022)