Ashleigh Barty tritt zum Abschied vor die Presse.

Foto: APA/AP/Pye

Neue Chefin: Iga Swiatek.

Foto: APA/AFP/Stockman

Brisbane – Ashleigh Barty hat einen Tag nach ihrem Rücktritt angekündigt, ihren Namen aus der Weltrangliste streichen zu lassen. Damit wird wohl die Polin Iga Swiatek erstmals an die Spitze des Rankings springen. Barty hat das Feld mehr als zwei Jahre angeführt und besitzt einen deutlichen Vorsprung von 2204 Punkten, kündigte aber am Mittwoch ihren Rückzug aus dem Spitzentennis an.

"Mein Name wird in der nächsten Rangliste gestrichen", sagte die 25-Jährige auf einer Pressekonferenz in Brisbane, auf der sie sich zum ersten Mal nach ihrer Rücktrittsankündigung öffentlich äußerte: "Es wird eine spannende Zeit für die WTA-Tour mit einer neuen Nummer eins."

Swiatek fehlt ein Sieg

Die nächste Weltrangliste wird am kommenden Montag nach dem Ende des WTA-Turniers in Miami veröffentlicht. Nach dem derzeit laufenden, zehntägigen WTA-1000-Turnier in Miami wird entweder Swiatek oder die Spanierin Paula Badosa die neue Nummer 1 sein. Die 20-jährige Swiatek, die 2020 die French Open gewonnen hat und diesjährige Halbfinalistin der Australian Open war, braucht nur noch einen Zweitrunden-Sieg am Freitag gegen die Schweizerin Viktorija Golubic (WTA-42.), um sich als erste Polin an die Spitze zu setzen.

Bei einer Niederlage könnte sie Badosa, die Nummer 6, mit dem Turniersieg noch überflügeln. Maria Sakkari (3), Barbora Krejcikova (4) und Aryna Sabalenka (5) haben keine Chance, weil sie vom letzten Jahr zu viele Punkte zu verteidigen haben (Sakkari und Sabalenka) respektive verletzt fehlen.

"Ich werde Tennis immer lieben"

Barty will dem Sport weiter eng verbunden bleiben. "Ich werde nie aufhören, den Sport zu lieben, und ich werde nie aufhören, Tennisbälle zu schlagen", sagte die 25-jährige Australierin in Brisbane. "Nur werde ich es einfach nicht mehr egoistisch tun, um zu versuchen, meine Karriere voranzutreiben."

Sie freue sich darauf, Jugendliche zu trainieren und "einen Beitrag zu leisten", betonte Barty am. "Ich kann es kaum erwarten, meine Nichten und Neffen zu unterrichten und hoffe, dass sie Tennis genauso lieben werden, wie ich es tue."

In Zukunft wolle sie vor allem mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. "Ich war schon immer ein häuslicher Mensch, da lade ich meine Batterien auf, daher beziehe ich meine Energie." Seit vergangenem Jahr ist Barty mit dem Profi-Golfspieler Garry Kissick verlobt. "Das ist jetzt ein neues Kapitel für Gary und mich, und das wird viel Spaß machen", sagte sie.

"Wir werden sehen, was passiert"

Ob sie sich künftig auch in anderen Sportarten versuchen wolle, ließ sie offen. Mit 18 Jahren hatte sie ihre Karriere wegen des Drucks und der zu vielen Reisen schon einmal für fast zwei Jahre unterbrochen und in der Pause professionell Cricket gespielt. "Ich war schon immer eine Athletin in dem Sinne, dass ich verschiedene Dinge ausprobiert habe", meinte Barty nun. "Wir werden sehen, was passiert."

Seit 114 Wochen stand die in Ipswich nahe Brisbane geborene Rechtshänderin an der Spitze der Weltrangliste. Nur drei Spielerinnen hatten eine längere Serie als sie: Steffi Graf (186), Serena Williams (186) und Martina Navratilova (156). (APA, sid, 24.3.2022)