Ein neuer Stecker für einen neuen Standard.

Foto: Gigabyte

Moderne Grafikkarten bieten ein beeindruckendes Leistungsniveau. Das hat aber auch so seinen Preis, steigt doch der Stromverbrauch dieser Geräte ebenfalls immer weiter. Ein Umstand, der auch bestehende Lösungen an ihre Grenzen bringt – und nun eine Erweiterung des Standards zur Folge hat.

ATX 3.0

Intel hat die Version 3.0 seiner Spezifikation für ATX-Netzteile veröffentlicht. Deren wichtigste Neuerung: Künftig können Grafikkarten mit bis zu 600 Watt Leistung beliefert werden. Dies geht einher mit einem neuen Anschlussstandard. Dieser heißt 12VHPWR und ist deutlich größer als bisherige Lösungen. Statt der bisher gebräuchlichen sechs- und achtpoligen PEG-Anschlüsse gibt es künftig einen 12+4-poligen Stecker.

Bisher lag das offizielle Maximum bei 300 Watt – und auch das nur, wenn ein sechs- und ein achtpoliger Anschluss kombiniert wurden. Allerdings wurde dies teilweise bereits von Grafikkarten umschifft, die einfach mehrere Kabel kombinierten – was genau genommen ein Verstoß gegen die Spezifikation ist. Insofern wird das mit ATX 3.0 jetzt also wieder standardisiert.

Details

Ein interessantes Detail: Direkt beim Einschalten des Rechners ist die maximal erlaubte Leistungsaufnahme auf 375 Watt beschränkt. Erst nachdem das System fertig gebootet ist, kann auf die vollen 600 Watt zugegriffen werden. Das soll garantieren, dass der Grafiktreiber das Management übernimmt und nicht mehrere Grafikkarten gleichzeitig das Netzteil überlasten.

Ebenfalls interessant: Die vorgeschriebene Maximalleistung ist auf den Durchschnitt innerhalb einer Sekunde gerechnet. Damit werden kurzfristige Leistungsspitzen erlaubt, die außerhalb dieses Rahmens liegen. Für einen Zeitraum von bis zu 100 Mikrosekunden darf maximal die dreifache Leistung benötigt werden.

Ablauf

Die ersten Netzteile sowie Grafikkarten mit Unterstützung für ATX 3.0 sollen noch dieses Jahr erscheinen. (apo, 25.3.2022)