Die dreistöckigen Chalets garantieren eine klare Sicht auf den Sternenhimmel im obersten Schlafgeschoß.

Ikuna

Linz – Normalerweise ist es Sache der Heimatorte, ihren kleinen oder gar großen Söhnen entsprechend kommunale Ehren zuteilwerden zu lassen. Nicht so in der kleinen Ortschaft Natternbach im oberösterreichischen Hausruckviertel. In dem 1983 immerhin zum schönsten Dorf Österreichs gekürten Ort hat sich Albert Schmidbauer, Eigentümer des Nahrungsergänzungsherstellers Biogena mit Hauptsitz in Salzburg, sein eigenes Denkmal gesetzt. Oder, besser: seinen Marterpfahl eingeschlagen.

200.000 Quadratmeter Parkfläche

Nicht aber, um etwaige Feinde dingfest zumachen, sondern vielmehr um kleinen und großen Indianerhäuptlingen nachhaltig beeindruckende Erlebnisse zu bescheren. Denn wenn auch anderswo die Schoschonen schön wohnen, ist der von Schmidbauer geschaffene Ikuna-Naturerlebnispark ein Freizeitparadies für Wochenend-Winnetous auf Vier-Sterne-Niveau.

Der Unternehmer aus Natternbach hat die seit den 1970er-Jahren bestehende Anlage mit Indianer-Inszenierung ab 2015 sukzessive zum Familien- und Naturresort ausgebaut. Heute umfasst der Ikuna-Naturerlebnispark beachtliche 200.000 Quadratmeter.

Weder aber hat man mit dem Ikuna eine Spielwiese für durchgeknallte Revolverhelden geschaffen noch eine Kinderverwahrungsanstalt, in der frustrierte Eltern ihre demotivierten Sprösslinge völlig überforderten Betreuern überlassen. Vielmehr wird der Nachwuchs mit den aktuell mehr als 90 Spielstationen aktiv gefordert. Der Fokus des Parks liegt auf der Aktivierung der motorischen Fähigkeiten. Die Kinder können sich in dem hügeligen, weitläufigen Resort beim Klettern, Springen, Rutschen und Balancieren entsprechend austoben, Dinge frei ausprobieren und dabei mit der Natur entsprechend verbunden sein. Oder, um es mit den Worten Schmidbauers zu sagen: "Wir wollen der außergewöhnlichste Platz für Familien in Österreich werden."

Winterarbeiten

Dafür hat der Biogena-Chef in den letzten Jahren ordentlich in das zur Biogena-Gruppe gehörende Indianerland investiert – und in der ruhigen Jahreszeit die Bagger auffahren lassen. Bereits im Dezember 2021 wurde mit Kids World by Ikuna ein 1.000 Quadratmeter großer Indoorpark eröffnet. Im Park selbst, den im Vorjahr rund 70.000 Reserve-Komantschen besuchten, sind eine 540 Meter lange Kugelbahn und der Ausbau der Piratenküste dazugekommen. Ein freistehender Hochseilgarten und in unmittelbarer Nähe eine Flying-Fox-Zip-Line-Bahn mit einer Länge von fast 100 Metern sind gerade in Fertigstellung. Auch die Mountaincart-XXL-Strecke nimmt Formen an. Die rasenden Abenteurer werden hier nach der Abfahrt über die 480 Meter lange Strecke mit einem Elektrobus wieder zurück an den Start gebracht.

Minimale Bodenhaftung

Wer tagsüber auf indianischen Pfaden wandelt, der muss sein Häuptlingshaupt auch nächtens stilgerecht betten. Diesbezüglich hat der Häuptling die Wahl, die Feierabend-Friedenspfeife in einer der 13 Tipi-Suiten oder einem der zehn Lake-Side-Tipis samt direktem Badeteichzugang zu rauchen.

Und wer gerne ausgetrampelte Indianerpfade verlässt und lieber auf mehr Eigenständigkeit setzt, kann dies künftig in einem der zehn neuen Sternenhimmelchalets für Selbstversorger tun, die zuletzt auf die Wiese gestellt wurden. Oder streng genommen eben nicht: Das neue Chaletdorf kommt ohne Bodenversiegelung aus, da es mit Erdschraubfundamenten verankert wurde.

Die 15 Meter hohen Ferienhäuser, geplant und in Holzriegelbauweise errichtet vom Innviertler Unternehmen Libertydot Home, haben die spannende Form eines aufgestellten Holzscheitls und sorgen mit einem kompletten Glasdach für romantische Momente beim Sternderlschauen. Sofern die Klimaanlage funktioniert. Wenn nicht, droht angesichts der Vollverglasung ein wenig romantischer Hitzestau. Aber zumindest kann Häuptling "Schwitzende Feder" dann in den nahen Aquanix-Wasserpark ausweichen. (Markus Rohrhofer, 1.4.2022)