Gedenken an bislang 148 Kinder, denen die russische Invasion das leben kostete
Foto: Christian Fischer

Die Lemberger haben es vorgemacht. Mitte März stellten Bürgerinnen und Bürger der westukrainischen Stadt, die in der Landessprache Lwiw genannt wird, auf einem Platz im Zentrum für jedes seit dem russischen Angriff getötetes Kind einen leeren Kinderwagen auf. 109 waren es damals – noch.

Am Schwarzenbergplatz wird den sowjetischen Befreiern vom Nazi-Regime gedacht. Die Mahnwache machte daraus einen Ort der Schande.
Foto: Christian Fischer

Nun haben es Aktivistinnen und Aktivisten in Wien gleich getan – und einen geschichtsträchtigen Ort gewählt. Am Samstag Nachmittag lud ein Lkw Kinderwägen, Schuhe, Teddybären, Fahrräder am Schwarzenbergplatz ab. Dort steht jenes Monument, das an die rund 17.000 Soldaten der Roten Armee erinnert, die 1945 in der Schlacht um Wien am Ende des Zweiten Weltkrieges gefallen sind. "Denkmal zu Ehren der Soldaten der Sowjetarmee" lautet der Name offiziell – der Volksmund spricht seit je her vom Russendenkmal.

Historische Anspielungen durften da nicht fehlen. "Vom sowjetischen Antifaschismus 1945 zum russischen Faschismus 2022" stand auf einem der Transparente, das die Initiatoren präsentierten. Dass mehr Kinderwägen gebraucht wurden als in Lemberg im März, spiegelt die traurige Entwicklung des Krieges wieder: Diesmal waren es 148. (Gerald John, 2.4.2022)

Unmissverständliche Botschaften im Namen der Ukraine.
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