Laimer lieferte eine Glanzleistung gegen Dortmund, er traf doppelt und assistierte zudem einmal sehenswert.

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Sabitzer setzte in Freiburg den Schlusspunkt zum 4:1 für die Bayern. Allerdings könnte es ein Nachspiel geben, weil die Münchner kurzfristig mit zwölf Akteuren zu Werke gingen.

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Kalajdzic brachte Stuttgart in Bielefeld per Elfer 1:0 voran, am Ende schaute nur ein Punkt für den VfB heraus.

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Freiburg – Bayern München hat in der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag einen 4:1-Sieg in Freiburg gefeiert. Der Erfolg, bei dem Marcel Sabitzer seinen ersten Ligatreffer für den Rekordmeister erzielte, wurde aber überschattet von einem Wechselfehler. Die Münchner waren für rund 20 Sekunden zu zwölft am Feld. Borussia Dortmund verlor daheim 1:4 gegen RB Leipzig, Konrad Laimer traf dabei doppelt, bereitete zudem den dritten Treffer vor und avancierte zum Man of the Match. Im Abstiegskampf glänzte Stuttgart-Stürmer Sasa Kalajdzic als Torschütze und Nothelfer.

Der FC Bayern hatte nach einer torlosen ersten Hälfte in den zweiten 45 Minuten aufgedreht und dem Freiburger Überraschungsteam die erste Niederlage seit knapp zwei Monaten zugefügt. Leon Goretzka, der ein starkes Comeback feierte, Serge Gnabry, Kingsley Coman und Sabitzer trafen für die Mannschaft von Coach Julian Nagelsmann. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Freiburgs Edeljoker Nils Petersen mit seinem ersten Ballkontakt erzielt, 17 Sekunden nach seiner Einwechslung. Es war Petersens 100. Pflichtspieltreffer für die Breisgauer. ÖFB-Verteidiger Philipp Lienhart spielte bei den Freiburgern durch.

Zwölf Bayern im Einsatz

Sabitzer war in der 86. Minute für Coman eingewechselt worden und genau dieser Wechsel sorgte für kuriose Szenen. Der Franzose hatte das Feld noch nicht verlassen, aber der ÖFB-Teamspieler den Rasen bereits betreten. "Es war eine konfuse Situation", sagte Schiedsrichter Christian Dingert und meinte: "Sehr ärgerlich, dass von einem so tollen Spiel diese eine Szene hängen bleibt." Dingert hatte die Partie unterbrochen, als ihn die Freiburger mit teils wütenden Protesten auf die Überzahl der Münchner hinwiesen. Erst nach einer Weile setzte der Referee das Spiel fort, vermerkte das Geschehen aber später in seinem Spielbericht. "Alles Weitere wird der DFB entscheiden", sagte er.

"Die falsche Nummer war angezeigt und Kingsley wusste nicht, dass er vom Feld sollte", erklärte Nagelsmann. Dingert sagte, dass Bayern-Teammanagerin Kathleen Krüger die falsche Nummer durchgegeben habe und dies auch so vermerkt worden sei. Einen Einspruch müssen die Bayern zumindest von Freiburger Seite nicht erwarten, bestätigte deren Trainer Christian Streich. Bleibt der Fauxpas konsequenzlos, können die Bayern mit nunmehr neun Zählern Vorsprung auf Dortmund den Meisterschaftssekt bereits kalt stellen.

Heimblamage für Dortmund

Am Abend schlitterte Borussia Dortmund vor – erstmals seit Beginn der Coronapandemie – ausverkauftem Haus gegen RB Leipzig in eine Blamage. 81.000 Zuschauer sahen zwar Torjäger Erling Haaland, der angeschlagen von der Länderspielpause zum BVB zurückgekehrt war, von Beginn an stürmen. Effizient waren jedoch nur die Gäste, bei denen sich Laimer in den Vordergrund spielte. Der Ex-Salzburger erzielte nach toller Vorarbeit von Christopher Nkunku mit einem feinen Heber über BVB-Goalie Gregor Kobel das 1:0 (21.) und legte kurz darauf mit einem abgefälschten Schuss zum 2:0 nach (30.).

In Hälfte zwei revanchierte sich Laimer dann bei Nkunku und legte dessen sehenswerten Treffer mit der Ferse auf (57.). Donyell Malen erzielte den Ehrentreffer für die Borussia (84.), bevor Dani Olmo den Sack für die Sachsen zumachte (86.). Die Leipziger sicherten damit Rang vier ab.

Vierter Saisontreffer für Kalajdzic

Kalajdzic wiederum erzielte beim 1:1 von Stuttgart bei Arminia Bielefeld seinen vierten Saisontreffer via Handselfmeter (25.), den sein Landsmann Patrick Wimmer unglücklich verursacht hatte, wie der Videobeweis ergab. Ein Österreicher war auch beim Bielefelder Ausgleich beteiligt. Alessandro Schöpf hatte in den Strafraum geflankt, wo das Leder zu Florian Krüger verlängert wurde, der zum 1:1 einnetzte (59.).

Kurz darauf stand Kalajdzic noch einmal im Mittelpunkt. Bielefelds Fabian Klos war mit Schöpf heftig zusammengeprallt und liegen geblieben. Weil es so lange dauerte, bis die Sanitäter die Trage brachten, lief Kalajdzic ihnen entgegen und nahm ihnen das Transportgerät ab. "Dem Sasa ist es halt einfach zu langsam gegangen. Da er sich, was den Speed angeht, wahrscheinlich überlegen gefühlt hat gegenüber den Sanitätern, hat er das beschleunigt. Das war außergewöhnlich, dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken", meinte danach Bielefelds Trainer Frank Kramer. Klos wurde schließlich ins Krankenhaus gebracht.

Bayer Leverkusen besiegte Hertha BSC Berlin, bei denen Neo-Coach Felix Magath erstmals auf der Bank saß, mit 2:1. Julian Baumgartlinger saß auf der Bank und kam nicht zum Einsatz. Oliver Glasners Frankfurter Eintracht kam ohne den gesperrten Martin Hinteregger und ohne Stefan Ilsanker gegen Schlusslicht Greuther Fürth nur zu einem 0:0.

Bochum überrascht Hoffenheim

Einen etwas überraschenden 2:1-Auswärtssieg feierte hingegen der VfL Bochum gegen das um einen Europacup-Platz kämpfende Hoffenheim. Der Japaner Takuma Asano traf für die Bochumer zweimal jeweils nach Vorlage seines Torhüters Manuel Riemann. Bei der TSG spielten Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch durch, Stefan Posch fehlte Corona-bedingt. (APA, dpa, red, 2.4.2022)

Deutschland – Bundesliga – 28. Runde:

Freitag

Union Berlin – 1. FC Köln 1:0 (0:0) Union: mit Trimmel; Köln: Kainz bis 67., Ljubicic bis 67., Schaub ab 83.

Samstag

Eintracht Frankfurt – Greuther Fürth 0:0 Frankfurt: ohne Hinteregger (gesperrt), Ilsanker Ersatz, Trainer Glasner

Bayer Leverkusen – Hertha BSC Berlin 2:1 (2:1) Leverkusen: Baumgartlinger Ersatz

SC Freiburg – Bayern München 1:4 (0:0) Freiburg: mit Lienhart; Bayern: Sabitzer ab 86. (Tor zum 4:1/90.+6)

TSG Hoffenheim – VfL Bochum 1:2 (0:1) Hoffenheim: Mit Baumgartner und Grillitsch, ohne Posch (Corona)

Arminia Bielefeld – VfB Stuttgart 1:1 (0:1) Bielefeld: mit Schöpf und Prietl, Wimmer bis 70.; Stuttgart: mit Kalajdzic (Tor zum 1:0/25./Elfmeter)

Borussia Dortmund – RB Leipzig 1:4 (0:2) Leipzig: mit Laimer (Tore zum 1:0/21. und 2:0/30.)

Sonntag

FC Augsburg – VfL Wolfsburg 15.30
Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05 17.30