Mit seinem ehemaligen Teamkollegen Peter Pacult war Schmid nach Schlusspfiff zu Scherzen aufgelegt.

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Wien – Die Wiener Austria bleibt heuer ungeschlagen, die Freude über das Remis gegen den Namensvetter aus Klagenfurt war aber enden wollend. Trainer Manfred Schmid analysierte den Auftritt seiner Schützlinge selbstkritisch, der Anschluss an den Zweiten Sturm wurde mit dem 1:1 verpasst. Bei den Grazern geht es für die Austria kommende Woche weiter. Die Kärntner Austria war über den ersten Punktgewinn in der Meistergruppe erfreuter, Coach Peter Pacult sah ein "Lebenszeichen".

Die Wiener Violetten waren am Sonntag zum Handeln gezwungen, fanden gegen einen tief stehenden Gegner aber kaum Mittel. Schmid bemängelte "Dinge, die nicht so gut waren. Das Passspiel, auch von der Körpersprache her war es zu wenig". Dass Marco Djuricins Ausgleich (67.) ähnlich dem Klagenfurter Führungstreffer durch Florian Jaritz (28.) eher aus einer Zufallsproduktion entstand, passte zum Spiel.

Sturm und dann zweimal Salzburg

Die Austria durfte immerhin notieren, dass sich der Abstand zu Rapid und dem WAC auf den Plätzen vier und fünf leicht erhöhte. Die kommenden Runden werden die Favoritner jedoch mehr denn je gefordert sein. Dem Auswärtsspiel bei Sturm folgt das Doppel gegen Spitzenreiter Salzburg. Die Spielanlage wird sich gänzlich verändern. "Von diesen Gegnern wird sich keiner hinten reinstellen, wie es Klagenfurt getan hat", merkte Schmid an. Er wolle die Leistung der Kärntner aber keinesfalls schmälern, betonte er umgehend.

Mit seinem ehemaligen Teamkollegen Peter Pacult war Schmid nach Schlusspfiff zu Scherzen aufgelegt. Das von den Unparteiischen nicht geahndete Handspiel von Klagenfurts Tim Maciejewski im eigenen Strafraum soll dabei kein Thema gewesen sein, beteuerten die Trainer. Die Meinungen gingen wenig überraschend auseinander. Dass die Coaches der Erstligisten jüngst zu einer Tagung mit den Schiedsrichtern eingeladen wurden, verschaffte offenbar gerade bei der Handspiel-Thematik wenig Durchblick.

Lebenszeichen

Pacult hielt auch fest, dass Djuricin bei seinem Treffer aufgrund davor begangener (nicht mit Gelb geahndeter) Foulspiele eigentlich gar nicht mehr am Platz stehen hätte dürfen. Darüber hinaus war der Wiener mit dem Auftritt des Aufsteigers zufrieden. "Wir haben ein Lebenszeichen gegeben. Es ist wichtig, an sich zu glauben. Dass es auch im oberen Play-off geht", sagte Pacult. Den Punkt nehme man gerne mit – gerade mit Blick auf den nächsten Gegner. "Jetzt kommt Salzburg, das geistert jetzt nach dem Spiel schon im Kopf herum. Welche Lösungen wir da finden müssen", merkte Pacult an. Im Grunddurchgang siegte seine Elf gegen den Meister Ende November daheim überraschend mit 2:1.

Abseits der Partie lieferte am Verteilerkreis auch ein ehemaliger Austrianer Gesprächsstoff. Der bei Salzburg im Sommer scheidende Zlatko Junuzovic winkte gegenüber Sky auf die Frage nach der Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte nicht ab. Er habe mit seinem Freund und Austria-Sportdirektor Manuel Ortlechner kurz Kontakt gehabt, verriet der 34-Jährige. "Die zweieinhalb Jahre bei der Austria waren top, leider haben wir keinen Titel geholt. Ausschließen will ich überhaupt nichts", sagte Junuzovic. Ortlechner meinte, dass man es beim Ex-Teamspieler zumindest versuchen wolle. Finanziell könne die Austria aber nicht mit anderen Clubs mithalten. Ein Thema bleibt auch die Vertragsverlängerung mit Patrick Pentz. Gespräche laufen, aktuell sei beim Ausgang über die weitere gemeinsame Zukunft mit dem Torhüter laut Ortlechner alles "völlig offen". (APA, 4.4.2022)