Die wirtschaftliche Unzufriedenheit ist einer der Hauptauslöser der Proteste in Peru.

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Lima/Ica – Nach dem Ende der Ausgangssperre in Lima haben sich Demonstranten und Polizisten in der peruanischen Hauptstadt schwere Auseinandersetzungen geliefert. Aufgebrachte Menschen drangen am Dienstag in den Sitz des Obersten Gerichtshofs ein und nahmen Computer, Mikrowellen, Stühle und Feuerlöscher mit, wie der Radiosender RPP berichtete. Die Beamten feuerten Tränengas in die Menge und trieben die Demonstranten schließlich zurück.

Präsident wollte öffentliche Ordnung herstellen

Zuvor hatte Präsident Pedro Castillo die wenige Stunden zuvor verhängte Ausgangssperre für Lima und die angrenzende Hafenstadt Callao wieder aufgehoben. Mit der Ausgangssperre hatte der linke Staatschef nach tagelangen Protesten und Krawallen die öffentliche Ordnung wieder herstellen wollen. Die nationale Ombudsstelle nannte die Maßnahme verfassungswidrig.

Proteste von Lkw-Fahrern

Auch nahe der Stadt Ica kam es zu Ausschreitungen: Wie die Zeitung "El Comercio" berichtete, ist dabei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Der junge Mann sei bei Protesten nahe der Stadt von einem Querschläger getroffen worden. Aufgebrachte Lkw-Fahrer blockierten die Landstraße Panamericana und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie protestierten gegen steigende Diesel- und Lebensmittelpreise.

Bei den Krawallen wurden nach Angaben eines örtlichen Gewerkschafters 36 Demonstranten verletzt. Die Polizei meldete ihrerseits 19 verletzte Beamte. Das Innenministerium verlegte 150 Polizisten einer Spezialeinheit nach Ica, um gegen die Demonstranten vorzugehen und die Blockade zu beenden. Castillo machte die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich. (APA, red, 6.4.2022)