Der Oberösterreicher vermischte für einen PCR-Gurgeltest seinen Speichel mit dem eines infizierten Freundes.

Foto: APA/BARBARA GINDL

Steyr – Zwei Freunde sind am Dienstag am Landesgericht Steyr wegen Fälschung eines Beweismittels rechtskräftig schuldig gesprochen worden. Ein 16-Jähriger hatte während seiner Corona-Erkrankung einem 18-Jährigen ein Röhrchen mit seinem Speichel gegeben. Mit einem positiven Test wollte dieser an ein Genesungszertifikat kommen. Beide gestanden "den Blödsinn", erhielten dafür aber keine Strafe.

Der Jüngere war auch noch wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten angeklagt. Allerdings stellte sich heraus, dass es keine persönliche Übergabe der Speichelprobe gegeben haben dürfte, weshalb er in dem Punkt freigesprochen wurde. Demnach hatte der Ende Jänner Erkrankte zu einem verabredeten Termin ein Röhrchen draußen auf der Fensterbank neben dem Hauseingang deponiert, wie beide Angeklagten versicherten. Der 18-Jährige holte es dann am frühen Abend des 28. Jänner ab, vermischte den Speichel mit dem eigenen und gab den PCR-Gurgeltest ab. Das positive Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Dann wurde er jedoch nochmals zu einem Test geladen, berichtete er. Dieses Ergebnis habe er aber nie erfahren, er erhielt jedoch einen Anruf, dass er sich bei der Polizei melden solle.

Wegen 2G-Regel "unter Druck geraten"

Sofort "gab ich alles zu", sagte er. Er sei der Einzige im Freundeskreis gewesen, der noch kein Corona hatte, und wegen der 2G-Regel "unter Druck geraten". Impfen wollte er sich jedoch nicht lassen. Da habe er von der Erkrankung des 16-Jährigen gehört. Es folgte ein Telefonat, und man habe sich abgesprochen, sagten sie vor der Richterin aus.

Rückblickend wisse er, dass das "keine gescheite Idee" gewesen sei, meinte der Ältere. Aber: "Ich wollte ein bisschen mehr Freiheit." Auch wenn die Fälschung eines Beweismittels kein "Kavaliersdelikt ist", sah die Richterin von einer Strafe ab. Sie sei "guter Hoffnung", dass sie die unbescholtenen Burschen "das erste und das letzte Mal" im Gericht gesehen habe. So gab es für sie nur einen Schuldspruch. (APA, 6.4.2022)