Der Hoffnung auf ein rasches Kriegsende erteilt der Generalstabschef eine Absage.

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Wien – Der Generalstabschef des österreichischen Bundesheers, Robert Brieger, sieht die mutmaßlichen Kriegsverbrechen in der Ukraine als Beschleuniger für Waffenlieferungen aus dem Westen. Die dramatischen Bilder toter Zivilistinnen und Zivilisten hätten zu einem Politikwechsel geführt. "Ich gehe davon aus, dass die Ukraine durch neue Waffenlieferungen in der Fläche gestärkt wird", sagte Brieger in der Radioreihe "Im Journal zu Gast" auf "Ö1" am Samstag.

Es sei zu befürchten, dass der Krieg länger dauern werde. Er erwarte in den kommenden ein bis zwei Wochen eine russische Großoffensive im Osten, um die abtrünnigen Regionen endgültig in Besitz zu nehmen und mit der Halbinsel Krim und dem Schwarzen Meer zu verbinden, so Brieger. Er betonte dabei, dass in den 45 Tagen Krieg bisher beide Seiten hohe Verluste erlitten haben. Auf russischer Seite dürften Hunderte Panzer, Dutzende Flugzeuge zerstört und Tausende Soldaten gefallen sein.

Brieger will Bundesheerfinanzierung im Verfassungsrang

Für das österreichische Bundesheer bekräftigte Brieger neuerlich, dass er sich eine gesetzliche Absicherung des geplanten erhöhten Budgets wünscht. "Wir brauchen eine möglichst kontinuierliche Finanzierung", um die in den letzten 20 Jahren entstandenen Lücken zu schließen. Er hofft sogar auf eine Verankerung eines entsprechenden Gesetzes in der Verfassung. Der General bestätigte zudem, dass die Eurofighter nicht verkauft, sondern modernisiert werden. "Eine andere Lösung sehe ich hier nicht." (APA, 9.4.2022)