Während des Lockdowns wurden im britischen Regierungssitz mehrere Feiern veranstaltet. Premierminister Johnson steht deswegen in der Kritik.

Foto: AFP/DANIEL LEAL

London – In der "Partygate"-Affäre um Lockdown-Feiern in der Downing Street hat die Londoner Polizei bereits mehr als 50 Strafzahlungen angeordnet. Unter den Betroffenen befinden sich auch der britische Premierminister Boris Johnson und sein Finanzminister Rishi Sunak. Das bestätigte Johnsons Büro am Dienstag. Man bemühe sich, die immer noch laufenden Ermittlungen schnellstmöglich voranzutreiben, hieß es dazu in einem Statement der Metropolitan Police. Weitere Bescheide könnten folgen.

Ende März waren bereits 20 Strafbescheide verhängt worden, seitdem kamen rund 30 weitere hinzu. In den meisten Fällen soll es sich um Geldstrafen von 50 Pfund (rund 60 Euro) handeln.

Johnson unter Druck

Die "Partygate"-Affäre hatte Premierminister Johnson schwer unter Druck gesetzt. Er musste sich auch gegen Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen seiner Konservativen Partei zur Wehr setzen, da er Partys in seinem Amtssitz geduldet und bei einigen auch dabei gewesen sein soll. Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sitzt Johnson wieder fester im Sattel.

Die Metropolitan Police untersucht zwölf Veranstaltungen aus den Jahren 2020 und 2021. Damals galten im Zuge der Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen. Mehr als 100 Beschäftigten und Mitarbeitern der Regierung, auch Johnson und seiner Ehefrau, waren von der Polizei Fragebögen zugeschickt worden. (APA, red, 12.4.2022)