In einem reichen Land wie Österreich fällt viel Verpackungsmüll an. Genau genommen sind es 300.000 Tonnen – pro Jahr. Manches davon aus gutem Grund: Verpackte Waren halten länger, sind hygienischer und vor allem transportfähig. Auch wird in Plastik gehüllt, weil man darauf Werbebotschaften ebenso wie nützliche Informationen anbringen kann.

Einmal ausgewickelt, wird Plastik aber zu einem echten Problem.
Foto: APA/ROBERT JAEGER

Einmal ausgewickelt, wird Plastik aber zu einem echten Problem – und wächst uns über den Kopf. Es landet im Straßengraben, auf Wiesen und Feldern, in Flüssen und sogar im Meer. Gut für Flora und Fauna ist das nicht. Das Problem ist auch erkannt – weltweit, auf EU-Ebene und in Österreich.

Wie so oft sieht sich Österreich als Musterschüler. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Denn die salopp Plastiksteuer genannte Strafzahlung für nicht wiederaufbereiteten Kunststoffmüll brummte der frühere Finanzminister, Gernot Blümel (ÖVP), der Allgemeinheit auf – nicht den Herstellerinnen oder Verkäufern der Waren. Diese haben damit keinen Anreiz, auf umweltfreundlichere Verpackungen umzustellen. Die Chance, das Übel an der Wurzel zu packen, wurde vertan.

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich Österreich auch bei der Umstellung auf Mehrwegverpackungen und Pfand auf Einwegflaschen und Dosen. Die rechtliche Schneise ist zwar geschlagen. Dass man sich für die Umsetzung aber fast drei Jahre Zeit lässt, ist erst recht nicht zu verstehen. (Regina Bruckner, 14.4.2022)