Hier werden die Reste einer russischen Rakete in einem Vorort von Kiew begutachtet.

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So symbolträchtig der Name des Schiffes, so triumphierend fiel in Kiew die Nachricht seiner Versenkung aus. In der Nacht auf Freitag musste dann auch der Kreml eingestehen, dass die Moskwa, seit 1983 Russlands Flagg- und Kommandoschiff, gesunken ist. Während die Ukraine meldet, ihre Armee habe den russischen Kreuzer versenkt, stellt Moskau den Untergang als Unfall dar: Ein Brand an Bord habe Munition zur Explosion gebracht. Über das Schicksal der etwa 500 Seeleute, die auf dem Kriegsschiff stationiert waren, war vorerst nichts bekannt. Moskau droht nun mit neuen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew.

  • Fokus auf Ostukraine Russische Einheiten versuchten ukrainischen Angaben zufolge am Freitag vorrangig, die Städte Popasna und Rubischne im Gebiet Luhansk einzunehmen. Im umkämpften Mariupol hat das russische Militär eigenen Angaben zufolge die Kontrolle über das strategisch und wirtschaftlich wichtige Stahlwerk Iljitsch errungen. Von ukrainischer Seite gab es dafür keine Bestätigung.

  • Kiew dementiert Angriff Der ukrainische Geheimdienst hat am Freitag den Beschuss von russischem Territorium bestritten. Der Zwischenfall sei eine geplante russische Provokation, hieß es. Moskau hatte Kiew beschuldigt, beim Beschuss einer Ortschaft im westrussischen Gebiet Brjansk nahe der ukrainischen Grenze sieben Zivilisten verletzt zu haben.

  • Kreml warnt Schweden und Finnland Russland hat die beiden nordischen Länder erneut vor den "Konsequenzen" eines möglichen Nato-Beitritts gewarnt. Helsinki und Stockholm müssten "verstehen, welche Folgen ein solcher Schritt für unsere bilateralen Beziehungen und für die europäische Sicherheitsarchitektur insgesamt hat", erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag. Dmitri Medwedew, derzeit die Nummer zwei des russischen Sicherheitsrats, hatte am Donnerstag damit gedroht, dass Russland in diesem Fall Atomwaffen in seiner baltischen Exklave Kaliningrad stationieren werde.

  • Ausweisungen Russland hat Freitagabend 18 Angehörige der EU-Delegation in Moskau zu "unerwünschten Personen" erklärt. Sie müssen daher das Land verlassen. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Ausweisung russischen diplomatischen Personals aus der EU, die Brüssel nach Bekanntwerden des Massakers von Butscha ausgesprochen hatte.

  • Tote Flüchtlinge Bei einem Beschuss von Flüchtlingsbussen sollen in der Ortschaft Borowa im ostukrainischen Kreis Isjum sieben Menschen getötet worden sein. 27 weitere Flüchtende sollen durch den Angriff russischer Soldaten verletzt worden sein, teilte die Staatsanwaltschaft in Charkiw am Freitag mit. Es werde wegen Mordes ermittelt.

  • Lettland ortet "Völkermord" Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine hat Lettlands Staatspräsident Egils Levits das Vorgehen der russischen Truppen als Völkermord bezeichnet. Levits war zusammen mit osteuropäischen Amtskollegen nach Kiew gereist und hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen. Dieser bat erneut um mehr Waffen für sein Land. (Florian Niederndorfer, 16.4.2022)