Admira-Coach Andreas Herzog.

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Die Admira hat nach den drei Qualigruppen-Spielen vom Samstag die Führung in der unteren Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga übernommen. Beim 2:1-Auswärtserfolg in Hartberg war die Mannschaft von Trainer Andreas Herzog glücklicher, aber nicht unverdienter Gewinner. "Der Sieg hat uns in eine sehr gute Position gebracht", meinte der ÖFB-Rekord-Teamspieler, monierte jedoch eine am Ende wackelige Abwehr. Streng mit seinem Team ins Gericht ging Hartberg-Coach Klaus Schmidt.

"Wir sind natürlich über diesen Auswärtssieg sehr glücklich", sagte Herzog. Die Niederösterreicher haben zwischen sich und den Letzten Hartberg vor den letzten fünf Spielen einen Fünf-Punkte-Vorsprung gebracht. Erstmals seit Einführung des neuen Modus hat die Admira in allen fünf Partien zum Start der Qualifikationsgruppe keine Niederlage kassiert. In der Bundesliga war man zuletzt im September/Oktober 2017 fünf Spiele in Serie ungeschlagen. Auswärts gab es sogar neun Spiele in Folge keine Niederlage.

Aussicht

"Die Ausgangssituation ist gut", stellte Herzog daher fest. "Aber nachdem alles eng ist in der Qualigruppe, müssen wir schauen, dass wir diesen kleinen Vorsprung, den wir uns erarbeitet haben, auch nächste Woche wieder haben nach dem Hartberg-Spiel. Dann würde es natürlich gut ausschauen", dachte der Wiener schon an das Retourmatch in einer Woche. In der Schlussphase am Samstag, als Hartberg auf den 2:2-Ausgleich drängte, habe die Admira "mehr Glück als Verstand" gehabt, meinte Herzog. "Wir müssen diese Woche schauen, dass wir die Defensive stärken, mit der war ich in der zweiten Hälfte nicht zufrieden."

Spiegelverkehrt analysierte sein Trainerkollege Schmid die Partie aus Hartberg-Sicht, hatten doch die Oststeirer die erste Hälfte komplett verpatzt. "Es nützt einfach nichts, wenn man sich viel vornimmt und die Spieler brennend heiß sind auf das Match, wenn man dann alles, was man bespricht und sich vorgenommen hat, nicht auf den Platz bringt", brodelte es im 54-Jährigen, der vor einem Jahr noch die Admira betreut hatte. Das Vertrauen in seine Truppe ist beim Steirer aber auch nach elf sieglosen Bundesliga-Partien nach wie vor vorhanden: "Die heutige Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie das Potenzial hat. Nur muss sie einfach vom Start weg auf den Platz bringen, was sie kann."

Tendenz

Im Gegensatz zu den Hartbergern zeigt die Tendenz beim SCR Altach klar nach oben. Seit fünf Runden sind die Vorarlberger ungeschlagen, mit neun Punkten in der bisherigen Qualifikationsgruppen-Saison sind die Altacher gemeinsam mit der Admira das beste Team des unteren Play-offs. Vor wenigen Wochen war der Club noch abgeschlagenes Schlusslicht, mittlerweile deutet viel auf den Klassenerhalt hin.

Trainer Ludovic Magnin ließ aber keine übertriebene Euphorie aufkommen. "Die Meisterschaft ist leider noch nicht aus. Abgerechnet wird am Schluss", erklärte der Schweizer und gestand, dass der LASK die bessere Mannschaft gewesen sei. "Aber den Matchball hatten wir", sagte Magnin mit dem Hinweis auf die große Kopfball-Chance von Noah Bischof nach einer Stunde.

Ansonsten war im Altacher Offensivspiel nicht viel los, dafür überzeugte wieder einmal die Abwehr. Drei von fünf Quali-Gruppenpartien beendete Altach ohne Gegentor, Goalie Tino Casali musste in der zweiten Saisonphase nur dreimal hinter sich greifen. "Wir haben defensiv wieder gelitten, aber das ist etwas, auf das wir uns eingestellt haben und was die Jungs derzeit sehr gut machen", meinte Magnin.

Harmlos

LASK-Coach Andreas Wieland wiederum ärgerte sich über die Harmlosigkeit seiner Offensivabteilung. "Die Dynamik im Angriffsdrittel war nicht ausreichend, um wirklich zwingend zu werden", sagte der 38-Jährige und sprach von zwei verlorenen Punkten. Das in punkto Kaderqualität stärkste Team der unteren Liga-Hälfte ist seit vier Partien sieglos und hat als Dritter einen Punkt Rückstand auf Hartberg. Als einen Grund für die Misserfolgsserie sieht Wieland die vielen krankheitsbedingten Ausfälle, hier sollte bis zum nächsten Duell mit Altach in einer Woche in Pasching eine deutliche Entspannung eintreten.

Punktegleich mit dem LASK ist die WSG Tirol nach einem Last-Minute-3:2 in Ried. Treffer von Giacomo Vrioni in der 82. und 94. Minute sorgten für einen einigermaßen schmeichelhaften Erfolg der Wattener, wie auch Trainer Thomas Silberberger zugab. "Wir waren heute der glückliche Sieger", erklärte der Tiroler. "Dieses Spiel kann uns einen extremen Push geben."

Ried-Coach Robert Ibertsberger trauerte einem verpassten Sieg nach. "Das Ergebnis schmerzt extrem. Wir hatten eine sehr gute Spielkontrolle und richtig gute Chancen. Die haben wir aber fahrlässig vergeben. Dazu kamen noch massive Fehler in der Defensive", analysierte der Salzburger. Sein Team ist punktegleich mit dem LASK und der WSG und hat vier Zähler Vorsprung auf Hartberg. (APA, 17.4.2022)