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Apple-Chef Tim Cook durfte sich im vergangenen Jahr über ein erfreuliches Salär von 98,7 Millionen Dollar freuen.

Foto: Reuters / Danny Moloshok

Topmanager in den USA konnten ihre teils pandemiebedingten Gehaltskürzungen im vergangenen Jahr wohl mehr als wettmachen. Die durchschnittlichen Gehälter sind einer Studie zufolge 2021 mit 31 Prozent um fast ein Drittel gestiegen – auf einen Rekordwert von satten 20 Millionen Dollar (18,39 Millionen Euro). Zum Vergleich: Die Gehälter der CEOs sanken zwischen 2019 und 2020 aufgrund der Pandemiekürzungen nur um 1,6 Prozent, von 15,7 Millionen US-Dollar auf 15,5 Millionen.

Boni und Aktien

Der Zuwachs verdankt sich unter anderem auch den Aktienzuteilungen und Bonuszahlungen, die ebenfalls stark angestiegen sind. Viele Unternehmen würden Führungskräfte belohnen, die sie durch Herausforderungen wie etwa Lieferengpässe geführt hätten, kommentierte der Herausgeber der Studie, der kalifornische Daten-Analyst Equilar, die Ergebnisse. Höhere Umsätze und gestiegene Aktienkurse seien weitere Treiber.

Vor einem Jahr hatte die Equilar-Studie noch einen Rückgang bei den Topgehältern von zwei Prozent auf durchschnittlich 15,5 Millionen Dollar ausgewiesen. Das war auch mit einer schwächeren Entwicklung vieler Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie begründet worden.

Die Studie umfasst laut Equilar die 100 größten US-Unternehmen nach Umsatz, die bis zum 31. März ihre Berichte bei den Behörden eingereicht hatten.

"Viele der Unternehmen haben sich während der Pandemie gut entwickelt, was definitiv zu den Gehaltserhöhungen beigetragen hat", heißt es in der Studie.

Weniger deutlich sind naturgemäß die Gehälter der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gestiegen. Das durchschnittliche Arbeitnehmerentgelt in den Equilar-100-Unternehmen steigt von 68.935 US-Dollar im Jahr 2020 zwar auf 71.869 US-Dollar im Jahr 2021. Das entspricht allerdings nur einem bescheidenen Anstieg von rund vier Prozent.

Die Kluft zwischen den Gehältern von Spitzenmanager und Arbeitnehmern hat sich damit erneut vergrößert. Die Entwicklung hat laut Studie demnach dazu geführt, dass die Firmenchefs 2021 nun das 254-Fache des Gehalts eines durchschnittlichen Arbeitnehmers verdienten. Im Jahr davor war die Spreizung mit dem 238-Fachen zumindest etwas geringer.

Gewinne für die Spitze

Der Studie zufolge verdiente etwa Apple-Chef Tim Cook im vergangenen 98,7 Millionen Dollar, nach 14,8 Millionen im Jahr davor.

Das wachsende Gefälle zeige, "dass die Gewinne der Unternehmen an der Spitze verbleiben, während die Arbeitnehmer, von denen viele an vorderster Front von der Krise betroffen sind, nicht davon profitieren", sagte Sarah Anderson, Gehaltsexpertin bei der Denkfabrik Institute for Policy Studies, gegenüber dem Sender CNBC. (red, 20.4.2022)