In Gruppen von 15 bis 30 werden die Tiere nun bei optimalen Witterungsbedingungen wieder ausgewildert.

Foto: APA/TIERSCHUTZ AUSTRIA

Wien/Vösendorf – 170 Fledermäuse, die im Dezember vergangenen Jahres aus einem Hochhaus am Wienerberg im Süden von Wien gerettet wurden und seither im Tierschutzhaus in Vösendorf ihren Winterschlaf gehalten haben, schlagen langsam ihre Flügel auf. Das berichtete Tierschutz Austria am Mittwoch. Schrittweise werden die Nachtschwärmer nun jeweils in Gruppen von 15 bis 30 Fledermäusen ausgewildert – und sie können den Rückflug in ihre Heimat antreten.

Ursprünglich aus Russland und Osteuropa zum Überwintern nach Österreich gekommen, hatten sich die Abendsegler einen Schlafplatz gesucht – aus dem sie selbst nicht mehr herauskamen. Ohne Hilfe wären sie dort verendet. Es wurden spezielle Kühlschränke angeschafft, um die Tiere bei konstanten sechs Grad Celsius einzuwintern. Der überwiegende Teil der nach Österreich kommenden Fledermäuse sind befruchtete Weibchen, deren Eizellen sich nur während des Winterschlafs in einem angemessenen Tempo entwickeln, um dann in ihrer Heimat die Jungen zur Welt zu bringen. Ohne Schlaf würden sich die Eizellen zu schnell entwickeln und die Jungtiere in Vösendorf geboren werden.

Die Fledermäuse wurden im Dezember im Tierschutzhaus Vösendorf aufgepäppelt.
Foto: APA/TIERSCHUTZ AUSTRIA

Auswildern bei optimalen Witterungsverhältnissen

Die spezialisierten Pflegerinnen und Pfleger achten dabei auf die optimalen Witterungsverhältnisse und wildern die Tiere nun nach und nach aus. Bei Anbruch der abendlichen Dämmerung, frühlingshaften Temperaturen und geringer Windstärke sind die Bedingungen für die lange Heimreise optimal, betonte Tierschutz Austria. (APA, 20.4.2022)