Das neue ÖAW-Präsidium rund um Präsident Heinz Faßmann (2.v.li.) besteht aus Physikerin Ulrike Diebold (2.v.re.), Rechtswissenschafterin Christiane Wendehorst und Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann.

Foto: ÖAW / Peter Rigaud

Das neue Leitungsteam der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist komplett. Freitag Nachmittag hat die Gesamtsitzung der Akademie auf Vorschlag des designierten Präsidenten Heinz Faßmann die Physikerin Ulrike Diebold zur Vizepräsidentin gewählt. Die Rechtswissenschafterin Christiane Wendehorst leitet künftig die philosophisch-historische Klasse der ÖAW, der Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse.

Diese vier Personen bilden das neue Präsidium der Akademie. Es wird am 1. Juli für fünf Jahre sein Amt antreten. Der Geograf und Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann wurde Mitte März zum Nachfolger des amtierenden ÖAW-Präsidenten Anton Zeilinger gewählt.

Die Akademie soll weiblicher werden

Er wolle gemeinsam mit seinem Leitungsteam "exzellente Forschung fördern, die Akademie weiter ausbauen und den Forschungsraum Europa stärker für Österreich nutzen", erklärte Faßmann in einer Aussendung. Dass das Präsidium erstmals zu 50 Prozent aus Frauen besteht, stellt für ihn einen wichtigen Schritt dar, um die Akademie weiblicher zu machen. Diebold, die Professorin für Oberflächenphysik am Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität (TU) Wien ist, bezeichnete die ÖAW als "Leuchtturm in der Forschungslandschaft". Ihr ist es "gerade in Zeiten grassierender Wissenschaftsskepsis besonders wichtig zu vermitteln, was Wissenschaft für die Gesellschaft leistet".

Wendehorst und Baumjohann wollen künftig die Querverbindungen zwischen den beiden Klassen der Akademie stärken, sowohl was die Forschungsgegenstände als auch was die methodischen Herangehensweisen betrifft. Wendehorst ist seit 2008 Professorin für Zivilrecht an der Universität Wien und Scientific Director des European Law Institute. Baumjohann leitete von 2004 bis 2021 das Grazer Institut für Weltraumforschung der ÖAW. (nim, APA, 23.4.2022)