Der Vorsitzende der GÖD Niederösterreich in der Sparte Unterrichtsverwaltung Robert Kugler kritisiert im Gastkommentar die fehlende Wertschätzung des Bildungsministers für Mitarbeiterinnen der Schulverwaltung.

Mit seinem Brief von Anfang April an die Schulleitungen in Österreich hat Bildungsminister Martin Polaschek eine Lawine der Empörung über die geringe Wertschätzung der Pädagoginnen und Pädagogen hervorgerufen. Diese forderten sofort und vehement auch eine entgeltliche Abgeltung ihrer zusätzlichen Tätigkeiten in der Corona-Zeit.

Diese geringe Wertschätzung des Bundesministers ist aber für die Schulverwaltung noch ärger ausgefallen. Kein einziges Wort der Anerkennung oder des Dankes für die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung und des handwerklichen Dienstes kam über seine Lippen, ganz zu schweigen von einem In-Betracht-Ziehen einer Belohnung. Dabei erledigen die Schulwartinnen und Schulwarte und das Sekretariatspersonal die gesamte Logistik der Testungen. Sie richten die Testungen her, zählen aus und bewerkstelligen die Lagerhaltung. Das Sekretariatspersonal muss früher in der Schule sein, um die Schülerinnen und Schüler oder die Lehrkräfte zu verständigen, dass sie im Falle eines positiven Testergebnisses zu Hause bleiben müssen. Viel Zeit wurde auch für das Weitermelden der Daten an die Gesundheitsbehörde und die Bildungsdirektion und für das Epidemiologische Meldesystem aufgewendet.

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Schulwarte spielen eine wichtige Rolle für die Schulverwaltung.
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Dank verdient

Für alle, die es nicht wissen – also auch den Bundesminister –, zur Schulverwaltung zählen folgende Berufsgruppen: Reinigung, Schulwartinnen und Schulwarte, Sekretariatskräfte in den Direktionen, Laborantinnen und Laboranten, Schulärztinnen und Schulärzte, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und der Handwerkliche Dienst an den HTLs (Hauselektriker, Tischler, Maler). Dies ist nur ein kleiner Auszug der Berufsgruppen. Wo bleibt hier die Gleichberechtigung? Auch wir sind am Limit und hätten uns Dank und Anerkennung und eine Belohnung verdient, da die Bezahlung des Bundes nicht gerade üppig ist. Man soll nicht vergessen: Wir sind das Grundgerüst der Schule! (Robert Kugler, 24.4.2022)